Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die eine der treibenden Kräfte des Projekts ist, freut sich auf die neue Waldschule: „Kinder wissen heutzutage mehr über Löwen und Tiger als über Rothirsche und Wildschweine. Der Wildpark kann helfen, das zu ändern“.

 

Wildpark

FDP-Ratsfrau Marie-Agnes Strack-Zimmermann MdB,  CDU-Fraktionschef  Rüdiger Gutt, Dr. Thomas Nießen von Linklaters LLP und Unterstützerinnen vor dem Neubau

Noch steht die neue Waldschule im Wildpark Grafenberg im Rohbau. Vorder- und Rückwand fehlen noch, es zieht. Und es riecht nach Holz, denn die Architekten wollen das neue Gebäude möglichst naturnah errichten: mit heimischen Hölzern aus nachhaltigem Anbau. Die äußere Verkleidung wird aus Robinie bestehen. Ursprünglich war Lärchenholz geplant, doch das musste verworfen werden: Die Hirsche hätten die Wände angefressen. Im April gab es den ersten Spatenstich im Damwild-Freigehege, im Mai des nächsten Jahres soll die Einweihung stattfinden. Die neue Waldschule erfüllt zwei Aufgaben im Wildpark: Zum einen werden Schulungsräume, etwa für den Biologieunterricht außerhalb des Klassenzimmers, geschaffen, in denen über 70 Schüler Platz finden. Außerdem entsteht eine Toilettenanlage. „Fließendes, warmes Wasser und anständige Sanitäranlagen sind wichtig, schließlich sind einige unserer Besucher schon älter“, sagt die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die Gründungsmitglied des Freundeskreises des Wildparks ist.

Gerade die sanitären Anlagen waren eine logistische Herausforderung, erklärt der zuständige Architekt Eric Sayah vom Architektenbüro D9: „Wir mussten hier, weit weg von den üblichen Versorgungswegen, Strom- und Wasserleitungen verlegen und Zufahrtswege für die Feuerwehr schaffen“. Man habe es geschafft, mitten im Freigehege eine vernünftige Infrastruktur zu schaffen, die die Tiere nicht belästige.

Diese Hürden im Bau der neuen Waldschule waren auch einer der Gründe dafür, warum das Projekt deutlich teurer geworden ist als ursprünglich angenommen. 2,3 Millionen Euro fließen in den Bau. Zwei Millionen kommen von der Stadt, 300.000 Euro wurden gespendet, Hauptsponsor ist die Wirtschaftskanzlei Linklaters. Deren Partner Thomas Nießen zeigte viel Geduld mit dem Projekt. „Es hat lange gedauert, aber ich glaube, wir schaffen hier etwas Gutes“, sagt er. 2011 war die Spende zugesagt worden, bürokratische Hindernisse hatten den Baubeginn immer wieder verzögert.

Dafür liegen die eigentlichen Arbeiten aber voll im Zeitplan; die Idee der Anlage ist schon deutlich zu erkennen. Die Schulungsräume und sanitären Anlagen sind in zwei getrennten Blöcken untergebracht, die allerdings mit einem Dach verbunden sind. Das Gebäude steht im großen Damwild-Freigehege, die Tiere kommen bis ans Gebäude heran und können sich auch zwischen den Blöcken bewegen. Für die Bauarbeiten musste ein Teil der Wiese betoniert werden. „Wir werden diese Fläche aber vollständig renaturieren“, verspricht Architekt Sayah.

Die alte Waldschule unweit des Rotwild-Geheges soll erhalten bleiben und weiterhin als Ausstellungsraum für Tiere und Präparate aus der Natur dienen. Die neue Schule ist als Unterrichtsraum für Gruppen konzipiert, hier sollen auch Schulklassen lernen. Dass eine solche Einrichtung wichtig für Düsseldorf ist, darin sind sich alle Beteiligten einig. Bürgermeisterin Klaudia Zepunkte betont die Wichtigkeit des kostenlosen Bildungsangebots in Düsseldorf, das Kinder frühzeitig zur Natur führt, denn „kleine Waldfreunde werden zu Erwachsenen, die respektvoll mit der Umwelt umgehen“. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die eine der treibenden Kräfte des Projekts ist, freut sich auf die neue Waldschule: „Kinder wissen heutzutage mehr über Löwen und Tiger als über Rothirsche und Wildschweine. Der Wildpark kann helfen, das zu ändern“.