Das Ganze hat auch eine politische Dimension. So sieht Manfred Neuenhaus (FDP) sich in der Sicht bestätigt, dass es schwierig sein dürfte, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Man könne um einen Neubau der Oper nicht herumkommen, sagte er. Der Liberale hatte bereits die Idee eines neuen Gebäudes im Medienhafen ins Spiel gebracht.

 

Von Christian Oscar Gazsi Laki

Die Aufführung von „Peter Grimes“ kann am Freitag wegen defekter Kulissenaufzüge nicht stattfinden. Nicht zum ersten Mal macht die Technik der Oper einen Strich durch die Rechnung.

Düsseldorf. Infolge eines defekten Kulissenaufzugs muss die für Freitag im Opernhaus geplante Wiederaufnahme der Oper „Peter Grimes“ entfallen. Bereits am Montag kam es bei der Steuerungstechnik zu einer Störung, infolge dessen der Aufzug außer Betrieb gesetzt werden musste. Er dient dazu, Bühnenbilder nach der Anlieferung auf die Bühne zu transportieren, und ist somit für die Vorbereitungen einer Aufführung unerlässlich.

Der Defekt am Aufzug wurde zwar am Folgetag behoben, dennoch kam es zu solchen Verzögerungen, dass eine rechtzeitige Einrichtung des Bühnenbildes nicht mehr möglich war. Ein kurzfristiges Umdisponieren ließ der dichte Spielplan offenbar nicht zu. Um die Sicherheit auf der Bühne zu gewährleisten, bedarf es entsprechender Vorbereitungen, insbesondere bei einem derart komplexen Bühnenbild wie bei dieser Inszenierung.

Der Vorfall ist nicht der erste seiner Art. So kam es vor gut einem Monat bei einer Rigoletto-Aufführung zu einem Ausfall der Bühnentechnik. Die Künstler reagierten spontan und gaben den zweiten Teil konzertant vor dem Vorhang. Eine Aufführung von Mozarts „Entführung aus dem Serail“ wurde in den Folgetagen halbszenisch gespielt.

Spätestens seit der Bestandsaufnahme im vergangenen September weiß man um den Sanierungsbedarf des Hauses, insbesondere der in die Jahre gekommenen Bühnentechnik. So sind zum Beispiel die Computer dort so alt (rund zwölf Jahre), dass es dafür keine Ersatzteile mehr gibt und die Programme nicht mehr aktualisiert werden können.

Mitte April bewilligte der Kulturausschuss deshalb 2,4 Millionen Euro für die Sanierung, die für die Spielzeitpause im Sommer vorgesehen war. Doch in der Kürze der Zeit erbrachte die Ausschreibung keine passenden Angebote. Deshalb mussten die Gremien die Sanierung auf den Sommer 2019 verschieben.

Für alle, die sich auf die Britten-Oper gefreut haben, gibt es aber zumindest einen kleinen Trost, denn die Aufführungen am 5. und 10. Juli sollen stattfinden. Für die Freitag-Vorstellung erworbene Karten können für eine der beide Vorstellungen umgetauscht oder zurückgegeben werden.

Das Ganze hat auch eine politische Dimension. So sieht Manfred Neuenhaus (FDP) sich in der Sicht bestätigt, dass es schwierig sein dürfte, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Man könne um einen Neubau der Oper nicht herumkommen, sagte er. Der Liberale hatte bereits die Idee eines neuen Gebäudes im Medienhafen ins Spiel gebracht.