Stadt will Teil des Rathauses verkaufen – RP

Manfred Neuenhaus (FDP) erwartet in der zentralen Lage ein Highlight und verweist darauf, dass die Kämmerei einen großen Innenhof hat, den man nutzen könnte. „Das ist eine Riesenchance für die Altstadt, einen Treffpunkt zu schaffen, der Einheimische und Zugezogene anspricht und nicht nur Touristen.“

 

Düsseldorf. Der Sanierungsfall Alte Kämmerei am Marktplatz soll nun abgestoßen werden. Beim angestrebten Verkauf des Parkhauses am Carlsplatz beißt Oberbürgermeister Thomas Geisel im IDR-Aufsichtsrat auf Granit. Von Thorsten Breitkopf und Uwe-Jens Ruhnau

Die Stadt braucht Geld. Der Verkauf von Immobilien soll dabei helfen, dass man nicht in die roten Zahlen abrutscht. Die Politik muss allerdings dabei mitspielen. So hat der Aufsichtsrat der 100-prozentigen Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz AG (IDR) es am Montag abgelehnt, das Parkhaus am Carlsplatz zu verkaufen.

Schon mehrere Oberbürgermeister spielten mit dem Gedanken, dort etwas anderes zu errichten – Wohnungen, Büros, Geschäfte. Zuletzt hat der ehemalige IDR-Chef Heinrich Pröpper Pläne zur Errichtung einer Tiefgarage unter dem Carlsplatz entwickelt, dann hätte sich die IDR weiter Einnahmen sichern können, und gleichzeitig wäre das Eckgrundstück am zentralen Wochenmarkt aufgewertet worden.

Im Aufsichtsrat beschlossen die Mitglieder nun einstimmig mit einer Enthaltung (Oberbürgermeister Thomas Geisel) einen Verkauf nicht zu prüfen und die ehemalige Tankstelle für 15 Jahre an Lidl zu vermieten. Geisel hatte nach Informationen unserer Redaktion den Plan der Veräußerung. Im Umfeld der IDR war das mit Sorge gesehen worden, denn das Parkhaus gilt als „der Erlösbringer“ der IDR. Geschätzt werden die Nettoeinnahmen auf knapp zwei Millionen Euro jährlich.

Bessere Chancen gibt es wohl für den Vorstoß der Stadtspitze, die Alte Kämmerei am Marktplatz zu verkaufen oder in Erbpacht abzugeben. Dächer, technische Infrastruktur, Brandschutz: Das Gebäude steht seit 2014 leer und ist sanierungsbedürftig. Allein dieses Jahr verursacht der Komplex, in dem 300 Bedienstete arbeiteten, gut zwei Millionen Euro Kosten.

Die Sanierungsmaßnahmen wurden vor drei Jahren auf 23 Millionen Euro taxiert. Die neue Ratsmehrheit stoppte das Verfahren, prüfte erst einen Verkauf und verlegte sich dann auf eine öffentlich-private Partnerschaft. Ein Investor sollte die Arbeiten finanzieren und die Stadt den Bau langfristig mieten. Diese Suche ist gescheitert, jetzt heißt es: Verkauf oder die Abgabe des Komplexes im Erbbaurecht – dann bliebe die Kämmerei formell im Eigentum der Stadt. Ende 2018 soll entschieden werden, was geschieht.

Gut möglich also, dass die Stadt einen Teil des Rathauses verkauft. Eventuell bleibt man Mieter. Mögliche Erwerber sollen ein Nutzungskonzept vorlegen. Manfred Neuenhaus (FDP) erwartet in der zentralen Lage ein Highlight und verweist darauf, dass die Kämmerei einen großen Innenhof hat, den man nutzen könnte. „Das ist eine Riesenchance für die Altstadt, einen Treffpunkt zu schaffen, der Einheimische und Zugezogene anspricht und nicht nur Touristen.“

Quelle: RP