Die Düsseldorfer FDP-Vorsitzende Marie-Agnes Strack-Zimmermann spricht im Riesenrad-Interview über Düsseldorf, Familie und Politik.

 

Wenn es nach oben geht, dann mag das Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Nach unten nicht so sehr – zumindest politisch. Mit der FDP ging’s für die Düsseldorfer FDP-Vorsitzende, stellvertretende Bundesvorsitzende, Vorsitzende der Fraktion im Stadtrat und Kandidatin für Berlin rauf und runter – und auch rund. Beim Riesenrad-Interview der NRZ sprach die liberale Frontfrau, die zuletzt vor mehr als 30 Jahren Riesenrad gefahren ist, über diese Themen:

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Mit der NRZ fuhr Marie-Agnes Strack-Zimmermann seit Jahrzehnte das erste Mal wieder Riesenrad. Foto: Voskresenskyi

Kindheitserinnerungen an Kirmes: Kirmes hatte für sie immer etwas Faszinierendes: „Als Kinder durften wir aber immer nur auf die kleine Kirmes in Oberkassel, erst als wir älter wurden, durften wir auch auf die große Kirmes. Für mich hat damals der Aufbau der großen Kirmes immer den Beginn der Sommerferien angekündigt. Diese Erinnerungen habe ich auch heute noch, wenn die Kirmes aufgebaut wird.“

Kirmes-Besuche: „Mit den Kindern waren wir früher oft auf der Kirmes. Das hat sich gelegt. Gelegentlich schlendere ich mit meinem Mann abends über die Kirmes und trinke ein Alt. Ich mag die Atmosphäre und die besonderen Gerüche auf dem Rummel.“ Und wie sieht’s aus mit Fahrgeschäften? „Die ‚Wilde Maus’ ist das höchste der Gefühle.“ Demnächst wird Marie-Agnes Strack-Zimmermann wieder – wie sie sagt – „stärker einsteigen“ in Sachen Kirmes. Bald, da sie zwei Enkel hat, die mit 3 Jahren und 7 Wochen aber noch etwas zu jung sind für den Rummelplatz.

Düsseldorfs Besonderheiten: „Kennste 1000, kennste alle“, sagt die bodenständige Politikerin. „Düsseldorf ist eine kleine Großstadt, die alles bietet.“ Was ihr gefällt: „Die Rheinländer und wir Düsseldorfer sind super, super drauf. Tolerant, weltoffen und locker. Das macht unsere Stadt aus.“ So etwas sei in anderen Teilen Deutschlands gar nicht oder nur schwer zu finden. „Das ist kein Vorurteil, das stimmt!“

Urlaub: „Urlaub ist ganz wichtig“, sagte sie. „Ich hänge gerne mit meinem Mann ab.“ Kann das diese quirlige Politikerin überhaupt? „Ja das kann ich. Aber Urlaub kann ich nicht in Düsseldorf machen. Das klappt nicht, da habe ich immer etwas anderes zu tun. Am liebsten habe ich es, wenn das Flugzeug abhebt und ich aus dem Fenster noch einmal das Mannesmann-Hochhaus oder den Rheinturm sehe. Dann kann der Urlaub beginnen.“ Wo macht sie am liebsten Urlaub? „Im Sommer mit viel Sonne am Mittelmeer, im Winter mit viel Sonne im Schnee. Sonne ist immer wichtig.“

Familie: „Familie bedeutet alles“, sagte sie prompt. „Ich habe eine Vier-Generationen-Familie, bei der meine 93 Jahre alte Mutter im Zentrum steht.“ Dazu hat sie drei Kinder und zwei Enkel. Familie ist für sie aber nicht nur die Kern-Familie, auch ihre Brüder mit ihren Familien und Cousinen und Cousins gehören dazu.

Politische Vorbilder: „Ich mag keinen Personen-Fetisch“, sagt sie. Aber als junge Frau war sie sehr fasziniert von Hildegard Hamm-Brücher, die sich in den 70er und 80er Jahren als Bundestagsabgeordnete gegen eine extreme Männerwelt habe durchsetzen müssen. Sie war eine Dame, sie hatte Ausstrahlung: „Ich fand sie cool.“ Auch Rita Süssmuth war und ist für Marie-Agnes Strack-Zimmermann beeindruckend, die sich ebenfalls durchsetzen musste: „Sie hat von den CDU-Männern immer eins zwischen die Augen bekommen.“

Für welche Position hat Christian Lindner die Düsseldorferin nach der Bundestagswahl in Berlin vorgesehen? Es wird niemand für etwas vorgesehen. In welchem Ausschuss ich gehe, werden wir sehen, wenn die FDP wieder in den Bundestag gewählt wird. Das ist jetzt mein erstes Ziel. Alles andere, also wer, wann, was wird, interessiert jetzt nicht und ist kein Thema. Ich denke heute nur bis zum 24. September.“

Wird Marie-Agnes Strack-Zimmermann nach der Wahl in Berlin verschwinden und in Düsseldorf kaum noch hörbar sein? „Nein, bestimmt nicht, ich würde ja Düsseldorf in Berlin vertreten“, sagt die Politikerin, die für offene Worte beliebt aber auch berüchtigt ist. Dazu sei sie viel zu sehr mit ihrer Heimatstadt verbunden und dafür habe die FDP in dieser Stadt viel zu viel erreicht und mitgestaltet, als dass sie Düsseldorf plötzlich nicht mehr interessiere. Und süffisant fügt sie hinzu: „Herr Geisel sollte sich nicht zu früh freuen, dass er mich nach der Wahl los ist…“