Rheinbahn: Vier Metrobus-Linien sollen 2018 starten – WZ

Manfred Neuenhaus (FDP) betont: „Hier und auch sonst gilt: Die neuen Busse dürfen nicht zulasten des Stadtbahn-Ausbaus gehen, sie können Bahnen nicht ersetzen.“

 

Rheinbahn-Aufsichtsrat segnet abgespecktes Konzept ab. Rheinbahn kauft 24 Diesel-Busse.

Düsseldorf. Nach der fast dreistündigen Aufsichtsratssitzung mit zum Teil hitzigen Debatten konnte Rheinbahnchef Michael Clausecker durchatmen: Das von ihm vorgestellte, überarbeitete Konzept mit neuen Metro-Bussen hat eine große Hürde genommen. Der Aufsichtsrat genehmigte, dass das Konzept nun in die Politik (Bezirksvertretungen, Verkehrsausschuss und Stadtrat) zur Absegnung gehen kann.

Allerdings musste Clausecker Abstriche gegenüber seinen ersten Plänen machen: So soll es ab Sommer 2018 zunächst nur vier statt fünf Linien geben – und die fahren auch nicht im Zehn- sondern erst mal nur im 20-Minuten-Takt (werktags 6-21, samstags 8-21 Uhr, sonntags gar nicht). Die vier Expresslinien sollen sozusagen über die bestehenden gelegt werden. Vor allem halten sie seltener. Die M1 etwa fährt auf der Strecke des 721er Busses vom Flughafen über Hauptbahnhof nach Eller.

Hier soll zunächst geprüft und ausgeschlossen werden, dass der Schnellbus nicht der geplanten Stadtbahn zum Flughafen (U 81) in die Quere kommt, indem er bei der Fahrgastberechnung deren Verkehrswert mindert, wodurch die Stadt Zuschüsse von Bund und Land verlieren könnte. Manfred Neuenhaus (FDP) betont: „Hier und auch sonst gilt: Die neuen Busse dürfen nicht zulasten des Stadtbahn-Ausbaus gehen, sie können Bahnen nicht ersetzen.“

Metrobusse vergrößern das Defizit um drei Millionen Euro

M2 ergänzt die Linie 730 vom Freiligrathplatz nach Urdenbach. Der „alte“ Bus braucht da im Schnitt 47 Minuten, der Metrobus soll es in 39 schaffen, das Auto laut Rheinbahn in 35. Auf der Linie M3 (Seestern-Reisholz) fährt der Schnellbus 18 Minuten, der bisherige 835er 22, das Auto 15 Minuten. Solche Zeitvergleiche sollen möglichste viele Autofahrer zum Umsteigen animieren.

Die Vertreter des Auftraggebers Stadt interessierten sich vor allem für die genauen Fahrgastprognosen und die Kosten. Die Rheinbahn rechnete vor, dass die Metrobusse im ersten Jahr das Defizit um drei Millionen Euro vergrößern dürften, ausgleichen muss das die Stadt. Weggenommen wird den Fahrgästen nichts, denn dort, wo die Metrobusse nicht halten, nehmen die bisherigen Buslinien weiterhin die Fahrgäste auf.

Zur Realisierung des „Metro-Plans“ kauft die Rheinbahn zunächst 24 normale Diesel-Gelenkbusse (Euro-6-Norm) zum Stückpreis von etwa 300 000 Euro. Es gebe keine verlässlichen Elektrobusse mit Serienreife, heißt es. Mittel- und langfristig freilich soll und will die Rheinbahn mehr auf emissionsarme oder ganz saubere Fahrzeuge setzen.

 

Kommentar: Metrobusse – Einen Versuch ist es wert

Von Alexander Schulte

Sicher verschaffen die neuen Metrobusse der Rheinbahn nicht massenhaft neue Kunden. So richtig reüssieren sie nur in Städten, die – anders als Düsseldorf – kein großes Straßenbahnnetz haben. Dennoch sind sie einen Versuch allemal wert, zumal die Busse risikoarm und rasch an den Start zu bringen sind. Wäre das Konzept im Aufsichtsrat voll durchgefallen, hätte der neue Rheinbahnchef Michael Clausecker im Grunde seinen Hut nehmen können. Er mag Ungeschicklichkeiten und Fehler begangen haben, aber Clausecker geht seinen „Mehr-ÖPNV-Auftrag“ zielstrebig an. Die wüsten Angriffe, die insbesondere aus der CDU auf ihn einprasseln, sind stark überzogen. Getroffen werden soll da ohnehin vor allem OB Geisel.