Politiker schlägt Alarm: Oberbilk ertrinkt im Stau – EXPRESS

Der Oberbilker FDP-Ratsherr und Landtagskandidat Rainer Matheisen zum EXPRESS: „Es gibt dafür schon lange eine Trasse. Der Grundsatzbeschluss für eine Ortsumgehung zwischen der Karl-Geusen-Straße bis zur Werdener Straße, ungefähr entlang der alten Bahnstrecke, ist bereits 2001 erfolgt. Seit 2004 gibt es Baurecht und seit 2008 einen Planfeststellungsbeschluss.“
RMExpressStau

Düsseldorf

Oberbilk vor dem Verkehrskollaps. Jeden Tag zur Rushhour geht rund um den Oberbilker Markt nichts mehr. Umso ärgerlicher, weil es eigentlich längst eine Entlastung für die Kölner Straße geben könnte.

Der Oberbilker FDP-Ratsherr und Landtagskandidat Rainer Matheisen zum EXPRESS: „Es gibt dafür schon lange eine Trasse. Der Grundsatzbeschluss für eine Ortsumgehung zwischen der Karl-Geusen-Straße bis zur Werdener Straße, ungefähr entlang der alten Bahnstrecke, ist bereits 2001 erfolgt. Seit 2004 gibt es Baurecht und seit 2008 einen Planfeststellungsbeschluss.“

Entlastung dringend nötig

Heißt: Alle bürokratischen Hürden waren genommen. Matheisen: „Doch Oberbilk erstickt im Verkehr. Jetzt gibt es auch noch wichtige neue Bauprojekte wie das »Grand Central« mit 1000 Wohneinheiten auf dem früheren Paketpostgelände am Hauptbahnhof, und auf der Mindener Straße werden noch 450 gebaut. Doch es passiert nichts. So geht das nicht weiter!“

Das will Matheisen nun ändern. „Allerdings den Gegebenheiten des Jahres 2017 angemessen. Das heißt: Wir sollten nicht wie ursprünglich geplant eine vierspurige Umgehung bauen, sondern in beiden Richtungen eine Radlerspur einrichten. Denn für Radler ist die Kölner Straße ja derzeit eigentlich gar nicht befahrbar.“

Nur das i-Tüpfelchen fehlt

Das neue Oberbilk und die Straße, auf die man hier seit 16 Jahre wartet. Spätestens seit 2009 ist die Entlastung überfällig, weil damals hier das neue Justizzentrum eröffnete. Gegenüber waren schon damals neue Bürogebäude entstanden. Und die Kölner Straße wurde mit neuen Gehsteigen und Parkbuchten umgestaltet. Nur das i-Tüpfelchen, die neue Straße, fehlt.

Raimund Klingner, Vorsitzender des Oberbilker Bürgervereines: „Eigentlich spricht man aber schon viel länger darüber, dass auf das Gelände der früheren Vereinigten Kesselwerke eine Straße entstehen soll. Ich bin jetzt über 80 und glaube nicht, dass ich noch erlebe, dass sie wirklich kommt, auch wenn sie wirklich nötig wäre.“ Florian Tussing, Chef der CDU Oberbilk: „Es ist eigentlich nicht verständlich, dass da nichts passiert.“

Auf unbestimmte Zeit verschoben

Wurde Oberbilk also vergessen? Die Stadt Düsseldorf sagt nein. Tatsächlich würde bald der erste Abschnitt zwischen dem Neubaugebiet „Grand Central“ und der Kölner Straße gebaut. Fertigstellung vermutlich erst 2020.

Für den Rest aber, der insgesamt 36 Millionen koste, gäbe es jetzt vom Land keine Fördermittel mehr. Zuvor habe die Stadt die Projekte auf unbestimmte Zeit verschoben.

Klingner meint: „Dann sollte die Politik sich jetzt mal beeilen, Oberbilk doch noch zu helfen.“ Und Matheisen ergänzt: „Das Land muss die Politik, keine Zuschüsse für Entlastungsstraßen zu geben, wieder ändern.“

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