Symptomatisch ist für Manfred Neuenhaus, der für die FDP seit vielen Jahren im Aufsichtsrat sitzt, die Linie U79, die von Duisburg zur Universität fährt. Das heißt, fahren soll laut Fahrplan. Denn auf keiner anderen Linie gibt es so viele Verspätungen, fallen so viele Bahnen aus. „Das geht so nicht mehr weiter. Das ist das Kerngeschäft der Rheinbahn“, sagt Neuenhaus.

Düsseldorf Der Aufsichtsrat der Rheinbahn trifft sich am Montag zu einer Sondersitzung. Für den Vorstandssprecher kann es eng werden — auch wegen Probleme bei der Linie U79.

Für Michael Clausecker, den Vorstandssprecher der Rheinbahn, wird die Luft dünn. Nach den Zahlen, die das Unternehmen vorlegte, rumorte es in der Arbeitnehmervertretung, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sei kaum noch denkbar, heißt es. Heute könnten wichtige Entscheidungen fallen. Denn zunächst tagt der vierköpfige Präsidialausschuss, dem Oberbürgermeister Thomas Geisel, sein CDU-Kollege Andreas Hartnigk und die beiden obersten Vertreter des Personalrates angehören. Und anschließend trifft sich der Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung. Da will Clausecker eigentlich sein Zukunftskonzept vorstellen. Stattdessen muss er mit einer Menge kritischer Fragen rechnen, quer durch die Fraktionen.

Symptomatisch ist für Manfred Neuenhaus, der für die FDP seit vielen Jahren im Aufsichtsrat sitzt, die Linie U79, die von Duisburg zur Universität fährt. Das heißt, fahren soll laut Fahrplan. Denn auf keiner anderen Linie gibt es so viele Verspätungen, fallen so viele Bahnen aus. „Das geht so nicht mehr weiter. Das ist das Kerngeschäft der Rheinbahn“, sagt Neuenhaus.

Pünktlich mit dem Ende der Schulferien setzten sich die Probleme auf der längsten Linie der Rheinbahn wieder ein. Am 1. und 4. September gab es lange Ausfälle. „Wegen fehlender Ablösung“, erklärt Rheinbahnsprecher Eckhard Lander. Es gab schlicht und einfach keine Fahrer wegen des hohen Krankenstandes. Außerdem hat die Duisburger Verkehrsgesellschaft, die einen Teil der Wagen stellt, im Moment technische Probleme und kann kaum genug Fahrzeuge auf die Schiene bringen. Oft verkehrt die U79 deshalb dann nur mit einem einzigen Wagen. Das ist viel zu wenig, vor allem im Berufsverkehr.

„Das sind Probleme, die mehrere Gründe haben. Eines davon ist der mit elf Prozent sehr hohe Krankenstand“, sagt der Rheinbahnsprecher. Es sei außerdem schwierig, geeignetes Personal zu finden. Viele Interessenten, die sich als Fahrer oder Fahrerin beworben haben, brechen ihre Ausbildung ab. Lander: „Manche haben sich zu viel zugetraut. Unsere Fahrer müssen in der Lage sein, Durchsagen auf Deutsch zu machen. Dazu ist nicht jeder in der Lage.“ Außerdem stehe man in Konkurrenz zu anderen Verkehrsunternehmen.

Manfred Neuenhaus will das nicht gelten lassen, denn die Rheinbahn sei ein attraktiver Arbeitgeber, vor allem wegen der Sozialleistungen für die Beschäftigten: „Wir sind hier bei strukturellen Problemen, die man in den Griff bekommen muss. Es kann nicht sein, dass die Politik für die Rheinbahn das Problem löst, wie man Leute bekommt.“ Ein Thema, das der ÖPNV-Experte auch am Montag im Aufsichtsrat ansprechen wird.

Gleichzeitig will er Lösungen für die U79 anstoßen, weil die Geduld von vielen Rheinbahn-Fahrgästen am Ende ist. Neuenhaus: „Ich schlage vor, dass die Linie morgens im 7,5-Minuten-Takt fährt.“ Alle anderen Maßnahmen haben bisher keinen dauerhaften Erfolg gezeigt. Bisher verkehren die Bahnen laut Fahrplan im Zehn-Minuten-Takt. Zusätzlich wurden im Berufsverkehr sogar regelmäßig so genannte E-Fahrzeuge eingesetzt, die auf keinem Fahrplan standen. Doch geholfen hat das wenig.

Eine noch konsequentere Lösung schlägt CDU-Ratsherr Andreas-Paul Stieber vor, der ebenfalls selbst zu den regelmäßigen Nutzern der U79 gehört: „Wir sollten morgens jede zweite Bahn in Wittlaer abbinden. Dann könnte man sicherstellen, dass die Wagen pünktlich im Düsseldorfer Norden ankommen.“ Denn viele Straßenbahnen bringen die Verspätung schon aus Duisburg mit. Gegen eine solche Lösung könnte es allerdings erheblichen Widerstand von der Duisburger Verkehrsgesellschaft geben.