Düsseldorf Der Infektionsschutz soll sich in den Betreuungseinrichtungen für die Jüngsten verbessern. „Lüften alleine reicht nicht“, sagt FDP-Ratsfrau Christine Rachner.

Die Jugendpolitiker machen Druck beim Thema Infektionsschutz in Kindertagesstätten. Sobald es technisch möglich ist, sollen nicht nur Schulen, sondern auch Kitas mit Raumlüftungsanlagen und CO2-Ampeln ausgestattet werden. Das beschloss eine breite Mehrheit im Jugendhilfeausschuss auf Antrag der Freien Demokraten.

„Um das Risiko einer Infektion so niedrig wie möglich zu halten, brauchen wir jenseits des Lüftens solche Anlagen. Ziel muss es sein, virushaltige Aerosole in der Raumluft nachhaltig zu reduzieren“, sagt FDP-Ratsfrau Christine Rachner. Lüften sei wichtig und gut, reiche aber alleine nicht aus.

Das Problem: Allgemeingültige Standards, welche Anlage wirklich geeignet ist, gibt es zurzeit noch nicht. „Wir haben eine Reihe von Angeboten getestet und würden beispielsweise vom Schnellkauf mobiler Geräte, die auf dem Boden stehen, abraten“, betont Jugenddezernent Burkhard Hintzsche. Solche Geräte erreichten ihr Ziel nur teilweise. Denn virushaltige Aerosole sammelten sich schwerpunktmäßig im oberen Bereich eines Raumes. „Wir setzen deshalb auf Deckenlösungen und probieren diese auch an ausgewählten Schul-Standorten aus“, sagt der städtische Spitzenbeamte.

Auf das Problem bislang fehlender Zertifizierungen verwies im Ausschuss auch Paula Elsholz von den Grünen. „Sobald belegbar ist, dass die Geräte tatsächlich helfen und alltagstauglich sind, sollten wir sie aber möglichst rasch anschaffen.“ Wichtig findet Elsholz, eine Prioritätenliste zu erstellen, die festlegt, welche Kitas bei der Verteilung der Lüfter vorrangig berücksichtigt werden müssen.

Ein Problem könnte die Finanzierung werden. Ein Förderprogramm des Bundes betrifft nur die Um- und Aufrüstung stationärer raumlufttechnischer Anlagen. Die Hoffnungen der Stadt ruhen jetzt auf Fördermitteln des Landes. Fest steht: Wollte man sämtliche fast 400 Kitas im Düsseldorfer Stadtgebiet ausstatten, wird es teuer. „Pro Kita gibt es im Schnitt sieben Räume, insgesamt sind es also fast 3000 Räume“, stellt Jugendamtsleiter Johannes Horn fest. „Wir werden in jedem Fall fachlich und sachlich prüfen, wie die Rahmenbedingungen und die Luftsituation in der Einrichtung vor Ort ist“, ergänzt Horn und erteilt damit einer flächendeckenden Ausstattung eine Absage.

Der Verwaltung erteilten die Politiker den Auftrag, in Kooperation mit den Kita-Trägern die Geräte anzuschaffen, sobald Eignung, Fördermöglichkeiten und konkrete Bedarfe geprüft seien.

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