Höhere Kosten für Fortuna? Wegen Bundesliga: FDP will mehr Stadionmiete kassieren – EXPRESS

Monika Lehmhaus, sportpolitische Sprecherin der FDP, findet: Fortuna kommt zu billig weg. „Die Stadionmiete muss deutlich erhöht werden.“

 

Die Euphorie ist groß, nur noch wenige Tage, dann geht die Bundesligasaison los. Und Fortuna ist endlich mal wieder mittendrin. Mit einem Stadion, das zur Liga-Spitze gehört. Doch Monika Lehmhaus, sportpolitische Sprecherin der FDP, findet: Fortuna kommt zu billig weg. „Die Stadionmiete muss deutlich erhöht werden.“

Am vergangenen Donnerstag hatte sich Oberbürgermeister Thomas Geisel mit Fortuna-Vorstandschef Robert Schäfer getroffen. Inhalt des Gesprächs: Mehr Möglichkeiten für die Fortuna, die Arena selbst zu vermarkten und höhere Einnahmen zu erzielen.

„Die Miete ist lächerlich“

Als Monika Lehmhaus das hörte, platzte ihr die Hutschnur: „Es kann nicht richtig sein, dass der Oberbürgermeister der Fortuna das Recht zur alleinigen Vermarktung verschaffen möchte und damit Fortuna auf Kosten der Steuerzahler weiterhin subventioniert.“

Lehmhaus würde stattdessen den Klub lieber stärker zur Kasse bitten. „Die Stadionmiete ist im Moment lächerlich. Das muss man sich genau anschauen. Auch im Wettbewerbsumfeld der anderen Vereine“, sagt die Liberale.

In der Tat: Mit maximal rund 1,2 Millionen Euro pro Saison hat die Fortuna eines der „billigsten“ Stadien der Bundesliga. Andere Vereine müssen fast das zehnfache aufwenden.

Doch Fortuna hat als Aufsteiger auch den niedrigsten Etat der Liga, bekommt die wenigsten Fernsehgelder – und keinen Cent von der Vermarktung des Stadionnamens an die Gauselmann-Gruppe. Im Gegensatz zur Frankfurter Eintracht zum Beispiel, die als Mieterin des städtischen Commerzbankstadions noch einen Millionenbetrag vom Namenssponsor überwiesen bekommt.

„Verein muss sich mehr anstrengen“

Doch Monika Lehmhaus ficht das nicht an: „Dann muss der Verein besser darin werden, Sponsoren zu finden. Ermuss sich anstrengen. In der ersten Liga haben sich die Möglichkeiten an höhere Einnahmen zu kommen, erheblich verbessert. Warum soll der Steuerzahler den Profi-Fußball mitbezahlen? Wir haben lange Jahre sehr viel für die Fortuna getan. Aber irgendwann muss damit Schluss sein. Andere Sportarten und Vereine in der Stadt haben eine Unterstützung dringender nötig. Der Fußball beansprucht einen Platz, der auf Kosten anderer geht.“

Besonders populär dürfte der Vorstoß der FDP-Frau aber vor allem bei den Fortuna-Fans nicht sein. Fürchtet sie einen „Shitstorm“? „Das wird wohl nicht ausbleiben. Aber trotzdem muss man das machen. Ich bin davon überzeugt, da kann ich nicht berücksichtigen, ob einige Leute das nicht gut finden.“

Verantwortliche von Fortuna wollten sich auf EXPRESS-Anfrage gestern nicht zu dem Thema äußern.

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) sieht allerdings ebenfalls das Potenzial für höhere Arena-Einnahmen: „Fortuna ist der Auffassung, dass sie bei dieser Vermarktung erfolgreicher sein können als die Stadt selbst. Das sehe ich ähnlich“, sagt Geisel. Wenn man sich am Ende einige, dass man der Fortuna an Spieltagen eine „weiße Arena“ ohne jede eigene Sponsortafel übergibt, dann hätte das aber auch Konsequenzen.

„Dann müssen wir sicher über die Höhe der Pacht sprechen. Die müsste steigen. Der Idealfall wäre natürlich, dass die Arena dadurch aus den roten Zahlen kommt“, sagt Geisel.