Höffner lässt Möbelhaus-Projekt in Düsseldorf-Rath platzen – NRZ RP

„Es gab von Anfang an Skepsis zur Zusammenarbeit mit Herrn Krieger, etwa von Frau Strack-Zimmermann. Jetzt hat sich rausgestellt, dass diese Zweifel berechtigt waren.“ – OB Geisel. Die Düsseldorfer FDP-Vorsitzende und Ratsfrau begrüßte auf Anfrage zwar die „Größe“ des SPD-Oberbürgermeisters, seinen Fehler einzugestehen, kritisiert jedoch die CDU für deren Zustimmung zum Unterfangen: „Das sind die Macher des Sündenfalls. Wir hätten gemeinsam mit den Grünen dieses Projekt verhindern können. Jetzt steht die CDU ohne Hose und ohne Möbelhaus dar. Die sind irgendwelchen Luftmöbelhäusern auf dem Leim gegangen.“ NRZ

WZ: Geisel räumte durchaus selbstkritisch ein, dass es genug Warner vor Höffner gegeben habe und dass er im Laufe der Hängepartie selbst immer skeptischer geworden sei. Ausdrücklich nannte der OB in diesem Zusammenhang FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimemrmann, die nachträglich Recht bekommen habe. Und natürlich ließ die Liberale am Freitag auch eine gepfeffertes Stellungnahme vom Stapel: „Höffner hat die Stadt Düsseldorf über Jahre am Nasenring durch das „Möbelhaus“ geführt. Die ganze Posse zum Schaden unserer Stadt und insbesondere von Rath hätte verhindert werden können.“ Vor allem die CDU sei „Luftmöbelhäusern auf den Leim gegangen“. Strack-Zimmermann forderte die Stadtspitze auf, nun von sich aus auf Schaffrath zuzugehen, um das Areal in Rath zu entwickeln.

Rheinische Post: Nachdem die Firma Krieger ihre Pläne für ein Höffner-Möbelhaus in Düsseldorf-Rath überraschend auf Eis gelegt hat, plant die Stadt für die Zukunft dort ohne das Unternehmen. „Das eine ist, dass hier Zusagen nicht eingehalten werden“, sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD). „Das andere ist, dass wir schauen müssen, was mit der Theodorstraße passiert.“ Von Unternehmer Kurt Krieger erwarte er, dass er „nicht weiter eine vernünftige städtebauliche Entwicklung an dieser Stelle verhindert“, sagte Geisel: „Dass nicht Monopoly gespielt wird, sondern dass die Voraussetzungen geschaffen werden, dass andere hier eine vernünftige städtebauliche Entwicklung voranbringen.“

Als naheliegender Kandidat dafür gilt das Unternehmen Schaffrath, das ebenfalls ein Grundstück in Rath unmittelbar in der Nähe der Höffner-Fläche besitzt und ursprünglich dort auch ein Möbelhaus bauen wollte. Die Stadt hatte entscheiden müssen, welche der beiden Firmen ihre Pläne umsetzen darf, und sich für das Höffner-Projekt entschieden. „Es gab Skeptiker von Anfang an“, räumte Geisel am Freitag ein und nannte explizit FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann: „Ihre Skepsis hat sich als berechtigt erwiesen.“

Die Stadt könnte nun wieder Schaffrath den Vorzug geben und signalisierte dazu am Freitag Bereitschaft. Auf dem Höffner-Areal wäre dann etwa Gewerbe-Bebauung möglich, aber kein weiteres Möbelhaus. Man könne Krieger natürlich nicht enteignen, betonte Geisel – man werde aber das Gespräch suchen, damit dessen Fläche nicht dauerhaft brachliegt.

Krieger hatte am Donnerstag überraschend mitgeteilt, man habe die geplante Investition in Rath zurückgestellt. Nach der Übernahme einer Möbelhandelsfirma mit mehr als 1000 Mitarbeitern sei dort eine umfangreiche Restrukturierung nötig. „Sie wird in den nächsten zwei Jahren die ganze Aufmerksamkeit und den vollen unternehmerischen Einsatz erfordern.“ Krieger betonte, das bedeute nicht die Aufgabe des Projektes, sondern eine zeitliche Verschiebung: „Höffner wird dieses Ansiedlungsverfahren in Düsseldorf erfolgreich zu Ende führen.“