Sie pendelt zwischen Bundestag und Rathaus. Der neue Fraktionschef Manfred Neuenhaus bekennt sich zur Ampel.

Von Alexander Schulte

Sie pendelt zwischen Bundestag und Rathaus. Der neue Fraktionschef Manfred Neuenhaus bekennt sich zur Ampel.

Diese Nachricht wird im Rathaus und namentlich bei OB Thomas Geisel keine ungeteilte Freude auslösen: Marie-Agnes Strack-Zimmermann zieht für ihre FDP in den Bundestag ein – bleibt aber zugleich Ratsfrau in Düsseldorf. Am Montagabend bat die liberale Ratsfraktion Strack-Zimmermann, auch politisch mit einem Bein am Rhein zu bleiben. „Es ist sehr zeitaufwändig, aber logistisch machbar“, sagt die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende, die nun noch mehr als alle „normalen“ Bundestagsabgeordneten zwischen ihrem Wahlkreis und Berlin hin- und herpendeln wird.

Warum dieser Aufwand? Ist Strack-Zimmermann im Rathaus unersetzbar, hat die FDP nicht genug gute Köpfe? „Es geht darum, dass wir hier wirklich ein Team sind und nur deshalb so lange so erfolgreich arbeiten können“, sagt Manfred Neuenhaus. Er wird neuer Fraktionschef der FDP im Rat – und bleibt in Personalunion Fraktionsgeschäftsführer.

Im Stadtrat steht die FDP zum Bündnis mit SPD und Grünen

 

Strack-Zimmermann gibt ihre Aufsichtsratsmandate und ihre Ausschüsse im Rat auf, nur im Planungsausschuss bleibt sie vorerst („Da müssen noch einige Großbaustellen vollendet werden“). Sie selbst begründet ihre Doppelrolle damit, dass Kommunalpolitik schließlich ihr großes Thema auch in der Bundes-FDP sei: „Da liegt meine Expertise, dafür hat mich Christian Lindner ja in den Bundesvorstand geholt.“ Der Bund indes beachte die Sorgen und Nöte der Städte viel zu wenig, „wenn sich das nicht rasch ändert, bekommt dieses Land ein gewaltiges Problem“, sagt die Ex-Bürgermeisterin.

Im Rathaus wird jetzt Manfred Neuenhaus, ohnehin seit Jahren der liberale Vordenkenker, zur Gallionsfigur der FDP. „Die Ampel steht weiter“, betont er als allererstes. Weder die Landtags-, noch die Bundestagswahl änderten irgendetwas daran, dass in Düsseldorf das Dreierbündnis Rot-Gelb-Grün die Lokalpolitik gestalte. „Bildung und Schulausbau sind uns extrem wichtig, der Erhalt kostenloser Kita-Plätze“, sagt Neuenhaus zu den gemeinsamen Zielen, „aber wir sichern auch den sozialen Frieden in der Stadt“. Denn die Stadtgesellschaft sei sozial längst nicht so durchlässig, wie es erforderlich sei, Chancengleichheit bestehe oft nur auf dem Papier: „Da müssen wir weiter sehr energisch gegen anarbeiten.“

Marie-Agnes Strack-Zimmermann wiederum zieht mit ihrem Mann in Berlin-Mitte in eine Wohnung, in der zuvor ihre Tochter lebte. „Aber mein Erstwohnsitz bleibt natürlich Düsseldorf.“