Ampel-Antrag zur Ratssitzung am 14. Juni 2018: Mit anderen Akteuren der musikalischen Bildung, etwa dem Jugendsymphonieorchester, dem Musikverein, der Tonhalle und privaten Anbieter*innen von Instrumentalunterricht, sollen Kooperationsmöglichkeiten gesucht werden, um alternative Angebote zum Erlernen eines Instruments zu schaffen oder bestehende Angebote aufzuzeigen und den Weg dorthin zu erleichtern.

 

Es ist der Anspruch der Ratsfraktionen von SPD, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN und FDP, dass jedes Kind in Düsseldorf ein Instrument erlernen kann. Dies kann allerdings nicht allein über die städtische Musikschule geleistet werden.

Möglichst vielen Kindern und Jugendlichen qualitativen Instrumentalunterricht zu ermöglichen ist eine Aufgabe, die nur übergreifend mit verschiedenen Akteuren der musikalischen Bildung zu realisieren ist. Nur so kann flexibel auf die Interessen und Möglichkeiten der Kinder und Jugendlichen sowie ihrer Eltern reagiert und das Angebot an Instrumentalunterricht zielgerecht gestaltet werden.

Die Fraktionen von SPD, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN und FDP bitten Sie daher, den folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung des Rates am 14.06.2018 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen.

Die Verwaltung wird beauftragt, dem Schul- und dem Kulturausschuss in ihren ersten Sitzungen nach der Sommerpause ein Entwicklungskonzept für die Clara-Schumann-Musikschule vorzulegen, das insbesondere die folgenden Punkte umfasst:

  1. Mit anderen Akteuren der musikalischen Bildung, etwa dem Jugendsymphonieorchester, dem Musikverein, der Tonhalle und privaten Anbieter*innen von Instrumentalunterricht, sollen Kooperationsmöglichkeiten gesucht werden, um alternative Angebote zum Erlernen eines Instruments zu schaffen oder bestehende Angebote aufzuzeigen und den Weg dorthin zu erleichtern.
  2. Es ist zu klären, welche Kinder und Jugendlichen besonders auf die Angebote der Clara-Schumann-Musikschule angewiesen sind und wie der Zugang dieser Zielgruppen künftig zu organisieren ist. Besonders gefördert werden soll der Zugang für Kinder und Jugendliche mit herausragender musikalischer Begabung und aus finanziell schwachen Elternhäusern.
  3. Die Einbindung des Instrumentalunterrichts in den offenen Ganztag.
  4. Bei den organisatorischen Aufgaben der Musikschule sollen Synergien mit anderen städtischen Verwaltungen gefunden und genutzt werden, z.B. beim Führen der Warteliste, dem Anmeldeverfahren, etc. Weiterhin soll die Digitalisierung des Anmeldeverfahrens und der Warteliste sowie deren regelmäßige Aktualisierung, beispielsweise durch erneute Interessensbekundung der Bewerber_innen im halbjährlichen Rhythmus, geprüft werden.
  5. Die im Prozess „Verwaltung 2020“ verabredeten organisatorischen Maßnahmen sind darzustellen

Sachdarstellung
Für die Angebote der Clara-Schumann-Musikschule besteht seit vielen Jahren eine lange Warteliste. Das Missverhältnis von Nachfrage und Angebot ist chronisch und muss grundsätzlich aufgelöst werden.

Musikalische Bildung ist ohne Zweifel eine Verpflichtung für ein kultiviertes Gemeinwesen. Dabei zeigt der Blick in andere Großstädte, dass die Clara-Schumann-Musikschule bereits heute vergleichsweise viele Plätze vorhält. Gleichzeitig besteht in Düsseldorf ein ausgeprägter privater Markt mit guten Musikschulen und Instrumentallehrerinnen und -lehrern, deren Angebote für viele Kinder und Jugendliche auf der Warteliste ebenfalls infrage kommen.

Vor diesem Hintergrund muss transparent gemacht werden, welche Kinder und Jugendlichen auf die öffentlich finanzierten Angebote angewiesen sind oder besonders davon profitieren und wie die verfügbaren Plätze entsprechend vergeben werden können. Zu denken ist hierbei vor allem an Kinder und Jugendliche mit besonderer musikalischer Begabung und aus finanziell schwach gestellten Familien. Derzeit sind Kinder und Jugendliche aus Haushalten mit dem Düsselpass an der Clara-Schumann-Musikschule – im Vergleich zu ihrem Anteil an der gesamten Düsseldorfer Bevölkerung – stark unterrepräsentiert (vgl. Beantwortung der Anfrage 01/81/2018).

Kindern und Jugendlichen, die nicht an der Clara-Schumann-Musikschule beschult werden können, soll der Weg zu privaten Angeboten erleichtert werden. Musikschulleitung und Kulturverwaltung sind gefordert, in Absprache mit weiteren Partner*innen entsprechende Kooperationsmöglichkeiten zu entwickeln.

Die Vorschläge für organisatorische Verbesserungen aus dem Prozess „Verwaltung 2020“ sind der Politik bislang nur in Form einer angekündigten Stellungstreichung bekannt. Sie sollen detailliert dargestellt und einer Bewertung zugänglich gemacht werden. Ein besonderer Fokus soll dabei auf der Verbesserung des Anmeldeverfahrens und der regelmäßigen Überprüfung und Aktualisierung der Warteliste liegen.

Der Ampel-Kooperation ist es ein Anliegen, die musikalische Bildung als freiwillige Aufgabe der Kommune aktiv im Sinne der musikbegeisterten Kinder und Jugendlichen zu gestalten. Umfang, Ausrichtung und Qualität der Angebote der Clara-Schumann-Musikschule sind dabei aus dem Auftrag zur kulturellen Daseinsvorsorge zu begründen.

Mit freundlichen Grüßen

Markus Raub           Angela Hebeler          Norbert Czerwinski          Manfred Neuenhaus