Düsseldorfer Rat diskutierte Rheinbad-Randale – EXPRESS – RP

Drastische Worte fand Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP). Sie beklagte „Zusammenrottungen“ von aggressiven Jugendlichen auch in der Altstadt, am Hauptbahnhof oder auf Spielplätzen. „Uns reicht das.“ Es gehe nicht an, dass friedliche Badbesucher verängstigt zu Hause bleiben. RP

Düsseldorf EXPRESS

Zweimal musste das Rheinbad am letzten Wochenende wegen aggressiver Stimmung und Massenaufläufen von Jugendlichen geschlossen werden. Es waren beängstigende Vorfälle, die nicht nur Badgäste schockiert haben.

Auch die Düsseldorfer Lokalpolitik ist erschüttert. Entsprechend prominent landete das Thema am Donnerstag auf der Tagesordnung des Stadtrats.

Ähnlich erschrocken zeigte sich Marie-Agnes Strack-Zimmermann: „Das was im Rheinbad passiert ist treibt uns um. Es ist beängstigend. Leider gibt es solche Zusammenrottungen mittlerweile immer öfter, nicht nur in Schwimmbädern, und das kann nicht sein. Es ist jetzt genug. Es reicht uns!“

Deshalb wollte die FDP-Frau auch ganz genau wissen, was am Wochenende im Rheinbad passierte. Laut dem Stadtdirektor beobachtet das Badepersonal am Samstag um 16.30 Uhr erste Gruppen.

Nach einem Sanitätereinsatz um 17.10 Uhr kam es zwischen den Jugendlichen und einer Familie zum Streit. Deshalb wurde eine Polizeistreife gerufen. Doch die beiden Beamten wurden sofort von den Gruppen umringt.

Bademeister angegriffen

Als dann bis zu 50 weitere Polizisten eintrafen, stürmten die Jugendlichen Richtung Sprungturm, attackierten Bademeister und warfen Stühle ins Wasser. Obwohl niemand verletzt war, wurde die Räumung angeordnet, die insgesamt eine Stunde dauerte.

Weitere Schließung im Düsseldorfer Rheinbad am Sonntag

Am Sonntag war die Polizei dann schon um 9.30 Uhr vor Ort und sollte jede Stunde ein Update aus dem Freibad bekommen. Als 100 Jugendliche gegen 15.30 Uhr wieder Stress machten, rückte wieder die Polizei an.

Nach einer weiteren Rangelei mit 150 personen um 17.10 Uhr, wurde die Stimmung immer aggressiver. Als es um 19 Uhr einen weiteren Zwischenfall gab, wurde das Bad wieder geschlossen.

Zur Randale verabredet

Ob die Gruppen die „Treffen“ im Rheinbad organisiert haben ist unklar. Laut Hintzsche gibt es aber Hinweise darauf, dass man sich im Internet zum „Party machen“ im Rheinbad verabredet haben. Das ist aber nicht bestätigt.

Um das Rheinbad-Drama aufzuarbeiten, gab es am Donnerstag eine Sicherheitsgipfel mit Stadt, Polizei und Bädergesellschaft.

Sicherheitsdienst nicht mehr ausgeschlossen

Burkhard Hintzsche: „Es wird in die Richtung gehen, dass Verdächtige gezielt angesprochen werden, denn die Mitarbeiter haben bestätigt, dass sich das Publikum am Wochenende verändert habe. Da müssen wir eingreifen, denn die Bürger dürfen bei Gang ins Freibad keine Sorgen haben. Wir können das nicht tolerieren und sind es allen Düsseldorfer Familien schuldig. Deshalb schließe ich nach den heutigen Beratungen auch nicht mehr aus, temporär einen Sicherheitsdienst einzusetzen.“

Vorfälle im Rheinbad am Wochenende