Die Komödie an der Steinstraße kann auf Hilfe aus der Politik hoffen. Manfred Neuenhaus (FDP) möchte erreichen, dass die Stadt zumindest für einen Teil der fehlenden 83.000 Euro einspringt – falls es gelingt, den Rest durch Spenden aufzubringen.

 

Das Boulevardtheater kann auf Geld von der Stadt hoffen – wenn es ein zukunftsfähiges Konzept vorlegt. Auch Konkurrent René Heinersdorff würde das begrüßen.

Die Komödie an der Steinstraße kann auf Hilfe aus der Politik hoffen. Manfred Neuenhaus (FDP) möchte erreichen, dass die Stadt zumindest für einen Teil der fehlenden 83.000 Euro einspringt – falls es gelingt, den Rest durch Spenden aufzubringen. „Das Theater hat so viel erreicht, dass das Hilfe zur Selbsthilfe wäre“, meint er. Dass das 1962 gegründete Privattheater grundsätzlich Hilfe der öffentlichen Hand verdient hat, sei klar. „Für mich gehört Boulevard zur Düsseldorfer Kultur.“

Das Theater befindet sich seit zwei Jahren in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Auslöser für das neue Loch ist, dass das Amtsgericht erheblich höhere Gebühren einfordert als erwartet.

In der Ampel-Kooperation muss aber noch gesprochen werden. SPD-Fraktionschef und Jurist Markus Raub ist über die Höhe der Verfahrenskosten überrascht. Raub findet dennoch, „dass wir die Letzten sein sollten, die knauserig sind, wenn es darum geht, dieses Theater zu retten“. Er macht eine Zahlung davon abhängig, dass es ein zukunftsfähiges Konzept gibt und die Unterstützung kein Freifahrtschein für andere Institutionen sein kann, Geld zu fordern.

Norbert Czerwinski (Grüne) argumentiert ähnlich, ist aber eher gegen einen Zuschuss. „Man sollte eine Zwischenfinanzierung prüfen.“

Bürgermeister Friedrich Conzen (CDU) möchte die Komödie ebenfalls erhalten. In Düsseldorf gebe es viele Leute, die nicht ins Schauspielhaus gingen, sondern in eines der beiden Boulvevard-Theater. „Wir haben dieses breite Angebot und dies ist ein Vorteil.“ Conzen appelliert aber auch an die Theater, dass sie sich professionell beraten lassen, um Risiken zu verringern.

Gerechnet hatten Theaterchefin Katrin Schindler und ihr Sanierungsberater bei den Gerichtsgebühren mit 5000 Euro, nun sind es 33.000 Euro. Aus Sicht des Sanierungsberaters, Anwalt André Houben, beruht die Rechnung auf einer veralteten Gerichtsentscheidung. „Wenn wir dagegen klagen würden, würden wir Recht bekommen.“

Gleichzeitig verlangt auch der gerichtliche Sachwalter sein Honorar. Wegen Sommerpause und Urlaubszeit verfüge das Theater nicht über so viel Liquidität.

Schindler leitet die Komödie seit 2014 und will sie stabilisieren. Sie hat einen Sparkurs verordnet und versucht, mehr und jüngeres Publikum anzulocken – nach eigenen Angaben mit einigem Erfolg. Das Geld ist aber knapp, es fehlt an Rücklagen, um Misserfolge auszugleichen.

René Heinersdorff vom Theater an der Kö begrüßt die Aktion zur Rettung der Komödie. Er sei für Solidarität und sehe das Haus nicht als Konkurrenz. Er spreche auch seine prominenten Schauspieler wie Hugo Egon Balder für Statements an. Heinersdorff begrüßt, dass es in der Politik auch Überlegungen gibt, seinem Theater bei Investitionen unter die Arme zu greifen.