Düsseldorf als Standort der Fotografie – Stärkung und Entwicklung – Ampel Antrag

Beschlossen: Wir wollen die – jetzt durch eine Initiative aus der Stadtgesellschaft organisierte – Fotobiennale düsseldorfphoto+ strukturell sichern und verstetigen. Dazu bedarf es in unseren Augen einer professionellen Struktur, die auch in der Verwaltung der Stadt abgebildet werden sollte.

Änderungsantrag der Ratsfraktionen von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP zum Top 5.3 Entwurf Kulturhaushalt 2020: Düsseldorf als Standort der Fotografie – Stärkung und Entwicklung

Sehr geehrter Herrn Bürgermeister Conzen,

die Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP bitten Sie, den folgenden Änderungsantrag auf die Tagesordnung des Kulturausschusses am 14. November 2019 zu nehmen und abstimmen zu lassen:

Der Kulturausschuss beauftragt die Verwaltung:

  1. zweijährig 40.000 Euro für ein Symposion und Sonderprojekte im Rahmen der Foto-biennale düsseldorfphoto+ im Haushalt 2020 zusätzlich zu den bereits veranschlag-ten Mitteln bereitzustellen. Im Haushaltsjahr 2020 werden diese Mittel mit 32.000 Eu-ro aus Restmitteln der Sammelposition Transferaufwendungen 53170000 aus dem Jahr 2019 finanziert. Ab dem Jahr 2022 ist der vollständige Betrag zweijährig in Höhe von 144.000 Euro ff im Haushalt in der Position Transferaufwendungen 53170000 einzustellen.
  2. eine professionelle Struktur für die zukünftige zweijährige Ausrichtung der Fotobien-nale düsseldorfphoto+ in der Verwaltung der Stadt Düsseldorf zu schaffen. Dazu soll die Einrichtung z. B. einer gGmbH unter städtischem Dach, die Einsetzung einer Ge-schäftsführung und die Zusammenstellung eines Aufsichtsrates unter Hinzuziehung von Sachverständigen, insbesondere der jetzigen Ausrichter*innen von düssel-dorfphoto+, geprüft und dem Kulturausschuss vorgestellt werden. Ziel soll es zudem sein, für die Ausrichtung der Biennale eine*n internationale*n Kurator*in zu gewinnen.
  3. eine Haushaltsstelle „Bernd und Hilla Becher Preis“ mit 20.000 ff Euro mit Sperrver-merk einzurichten. Zeitgleich beauftragt der Kulturausschuss die Verwaltung, eine Konzeption für den Preis in Absprache und unter Einbeziehung des Verwalters des Nachlasses zu entwi-ckeln.
  4. die alte Schule Kaiserswerth mit dem Wohn- und Arbeitstrakt von Bernd und Hilla Becher und dem Kunstarchiv Kaiserswerth als langfristigen Standort für Fotografie zu sichern.
  5. eine Haushaltsstelle über 40.000 ff Euro mit Sperrvermerk für die langfristige Siche-rung des Fotografischen Stadtgedächtnisses durch unsere Institute, insbesondere das Stadtmuseum, einzurichten. Diese Mittel sollen für die Sicherung von Fotografien durch Ankäufe und zu deren Aufarbeitung und Präsentation bereitgestellt werden.
  6. Zudem begrüßt der Kulturausschuss die Initiative, das angekündigte nationale Foto-institut in Düsseldorf anzusiedeln und fordert die Verwaltung auf, dieses Projekt zu unterstützen.

Begründung:
Wenige Städte sind in der Kunstwelt so bekannt für Fotografie wie Düsseldorf. Maßgeblich verantwortlich dafür sind Hilla und Bernd Becher mit ihrem international bekannten Werk sowie ihre ehemaligen Student*innen an der Kunstakademie, die heute die Fotowelt maß-geblich prägen.

Zudem gibt es in Düsseldorf unabhängig davon hervorragende Künstler*innen mit zum Teil weltweiter Anerkennung, die mit der Stadt biografisch verbunden sind und großteils auch heute noch hier leben.

Um die Stadt Düsseldorf weiterhin als Standort für Fotografie zu sichern und zu entwickeln sowie die künstlerische Fotografie zu fördern, schlagen wir die Einrichtung eines „Bernd und Hilla Becher Preises“ vor. Der Preis soll zweijährig herausragende künstlerische Foto-graf*innen und/oder Künstler*innen, würdigen und fördern, die sich innovativ mit fotobasier-ten Verfahren beschäftigen. Die Mittel sollen zur Vorbereitung, Preisverleihung und als Preisgeld aufgeteilt werden. Wir möchten perspektivisch eine Verleihung im Rahmen der Fotobiennale düsseldorfphoto+ anstreben.

Zudem ist es uns wichtig, die fotografischen Wurzeln der Stadt zu sichern und für die Öffent-lichkeit erlebbar zu machen. Deshalb sollen für die Entwicklung des Fotografiestandorts Düsseldorf wichtige Orte und Werke dauerhaft gesichert und aufgearbeitet werden.

Wir wollen die – jetzt durch eine Initiative aus der Stadtgesellschaft organisierte – Fotobien-nale düsseldorfphoto+ strukturell sichern und verstetigen. Dazu bedarf es in unseren Augen einer professionellen Struktur, die auch in der Verwaltung der Stadt abgebildet werden sollte.

Die Stadt Düsseldorf zeichnet sich zudem durch eine große Infrastruktur aus. Hier befinden sich die Kunstakademie, Hochschulen mit Fotostudiengängen, Ausstellungsorte, Sammlun-gen, Galerien, Kunsthandlungen und große technische Fachlabore. Will man die Assoziie-rung der Stadt Düsseldorf mit Fotografie erhalten, muss die Stadt sich bemühen, ein Ange-bot zu machen, den Fotografiestandort zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dazu müssen Strukturen geschaffen, das in der Stadt vorhandene Wissen gebündelt und gefördert und Leuchttürme geschaffen werden. Dies gilt für die Außenwirkung durch eine Fotobienale, ei-nen Preis, der auf die Geschichte Bezug nimmt – aber Neues im Blick hat – und ein Angebot für die Künstler*innen zur Sicherung ihrer Nachlässe, ihrer Präsentation und Pflege sowie einer wissenschaftlichen Aufarbeitung und dem (auch technischen) Blick in die Zukunft.

Weitere Begründungen oder Erläuterungen erfolgen ggf. mündlich.

Mit freundlichen Grüßen

Cornelia Mohrs                      Clara Gerlach                        Manfred Neuenhaus

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