Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann FDP – DJournal

Ohne Zweifel, wer Marie-Agnes Strack-Zimmermann trifft, der begegnet einer Frau, die rheinisch fröhlich aber auch durchsetzungsstark ist.

 

STZVespa

Ohne Zweifel, wer Marie-Agnes Strack-Zimmermann trifft, der begegnet einer Frau, die rheinisch fröhlich aber auch durchsetzungsstark ist. Wenn man sie fragt, was sie geprägt hat, dann kommt spontan die Antwort: „Erstens meine Eltern, die mir eine geborgene Kindheit im damals dörflichen Düsseldorf-Niederkassel geschenkt haben, eingebunden in die katholischen Einrichtungen Gemeinde, Kindergarten, Grundschule und zweitens die beiden großen Brüder, die mich beschützt – mir aber auch von frühester Kindheit an beigebracht haben, wie man sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht die Wurst vom Brot nehmen lässt.“ Da waren aber auch zwei starke Großmütter, politisch streitbare Frauen, die ihr Frauenbild ebenfalls stark geprägt haben. „Wegducken gab es nicht, man stand zu seiner Meinung und zu seiner Verantwortung!“

Doch bevor sie politisch aktiv wurde, sollten noch viele Jahre ins Land gehen. Während der Gymnasialzeit – „ich war eine miserable Schülerin“ – verbrachte sie einige Jahre in dem Mädcheninternat Kloster Wald. Diese Jahre waren wunderbar, sagt sie. Nicht nur, weil die Gegend am Bodensee, die Alpen im Blick, wunderschön war, sondern auch, weil die Benediktinerinnen aber auch die weltlichen Lehrerinnen und Lehrer ihren Auftrag darin sahen, neben dem Unterricht aus jungen Mädchen selbstbewusste Frauen zu machen.

„Nein, mein Lebensziel war es nicht, in die Politik zu gehen.“, antwortet sie auf die Frage, ob sie das ernsthaft erwogen hat. „Ich war allerdings immer sehr an Politik interessiert. Politik gehörte in unsere Familie zum Alltag, man konnte sich gar nicht entziehen.“ so studierte sie denn auch nach dem Abitur in München (wieder die Alpen im Blick) an der Ludwig-Maximilians-Universität Publizistik, Politik und Germanistik, beendete ihr Studium mit dem Magister (MA) und schloss daran ihre Promotion zum Dr. phil., in der sie sich mit der US-Präsidentschaft vom Ronald Reagan beschäftigte.

„Eigentlich wollte ich danach journalistisch arbeiten.“ so jobbte sie während des Studiums beim Bayerischen Rundfunkt und in den Semesterferien in Düsseldorf bei der Westdeutschen Zeitung (WZ), landete aber dann in der Buchverlagsbranche, in der sie 20 Jahre lang im Vertrieb unterwegs war. Diese Zeit war für Strack-Zimmermann, die den Doppelnamen geheiratet hat – „wenn meine Eltern das geahnt hätten, hätten sie mir bestimmt einen kürzeren Vornamen gegeben“, sagt sie schmunzelnd, –  sehr prägend.

Im Beruf erfuhr sie, was es bedeutet, wenn Städte sich verändern, der Einzelhandel vor die Hunde geht und das oft nur, weil in den Rathäusern falsche folgenschwere Entscheidungen getroffen wurden. Der Moment sich aktiv in der Kommunalpolitik zu engagieren, wurde durch ihre Kinder ausgelöst. „Ein Zebrastreifen musste vor unsere Kita. Dafür habe ich gekämpft, Unterschriften gesammelt. Die schlechte Nachricht: der Zebrastreifen ist bis heute nicht da (!), die gute Nachricht: ich musste lernen, wenn man wirklich etwas in der Politik erreichen will, braucht man viel Geduld und einen langen Atem.“ Vor 18 Jahren, zu der Zeit mit ihrem Mann Horst und den drei Kindern in Gerresheim lebend, wurde sie 1999 in die Bezirksvertretung gewählt.

Eingetreten in die FDP war sie bereits 1990. Keine Partei verkörperte für sie so sehr den Begriff der Freiheit und Selbstbestimmung. „Der Fall der Mauer, die Öffnung ganz Europas, war für mich das Schlüsselerlebnis schlechthin. Meine Generation war geprägt vom Kalten Krieg, vom geteilten Deutschland. Jetzt spürte man, wie der Wind sich drehte, und ich wollte dabei sein!“

 

Dann ging alles ziemlich schnell: 2004 in den Rat der Stadt gewählt, ein Jahr später Fraktionsvorsitzende. 2008 Wahl zur 1. Bürgermeisterin. Dieses Amt hatte sie bis 2014 inne und füllte es aus, wie kaum eine Person vor ihr. Sie war da für alle, präsent in der ganzen Stadt und immer wieder sehr streitbar. Viele Menschen waren von ihr und ihrer Arbeit angetan, Freunde machte sie sich aber mit ihrer direkten Art nicht überall. Bekannt wurde die begeisterte Motorad- (BMW 1200) und Skifahrerin (natürlich in den Alpen) dadurch allemal. „Der größte und nachhaltigste Erfolg für meine Fraktion und für mich war der Umbau der Innenstadt. Der Kö-Bogen, wie er heute ist, wäre ohne uns so nie und nimmer zustande gekommen und damit die positive Veränderung auch der Straßen drum herum. Überall saßen Mahner, Warner und Verhinderer.“

Düsseldorf war aber offen dafür. Und das sieht Strack-Zimmermann immer noch als große Stärke der Düsseldorfer und Düsseldorferinnen. „Die meisten Menschen in dieser Stadt sind neugierig auf Neues. Heute muss man mehr denn je transparent arbeiten und die Bürger sehr früh mitnehmen.“ Die Stadt wächst sehr schnell – ein bisschen zu schnell, so die Meinung der Liberalen. Die Schönheit des Dorfes am Rhein hat sich herumgesprochen. Viele wollen hier leben. Die Lebensqualität trotzdem zu erhalten, wird die größte Herausforderung der zukünftigen Ratsmitglieder und Oberbürgermeister, denn damit benötigt die Stadt auch mehr bezahlbaren Wohnraum, mehr schulen und neue Verkehrswege.

Apropos Oberbürgermeister: Mit CDU OB Dirk Elbers hat sie sehr gut zusammengearbeitet. „Er war immer sehr fair zu mir, hat mich machen lassen. Das werde ich ihm nie vergessen.“ Mit Joachim Erwin – obwohl gemeinsame Ziele im Auge – hat sie sich oft und gerne angelegt, mit Thomas Geisel verbindet sie ein Zweckbündnis. sie gehört trotz politischer Kooperation zu seinen schärfsten Kritikern. „Diese Stadt muss man kennen und lieben. Nur das zählt. Oberbürgermeister zu sein ist kein Selbstzweck, sondern ein Auftrag! Politik bedeutet harte Arbeit unter einem politischen Kompass – sofern man denn einen hat – zu folgen, auch wenn die Luft mal dünner wird.“

 

Das sah wohl auch der Chef der FDP Christian Lindner so, als er im Herbst 2013 Marie-Agnes Strack-Zimmermann fragte, ob sie mit an- deren streitbaren Liberalen die FDP nach dem Verlust der Bundestagsmandate wieder bundesweit aufrichten wolle. Strack-Zimmermann wollte und arbeitet nun seit vier Jahren neben ihrem kommunalen Mandat bundesweit als stellvertretende FDP Bundesvorsitzende. Ihr Einsatz und der Erfolg der NRW Landtagswahl gibt ihr Recht. Alleine in Düsseldorf holten die Freien Demokraten 17,5 Prozent der Stimmen! „Wir wollen ein weltoffenes Land sein, tolerant und großzügig dort helfen, wo wir gebraucht werden. Wir wollen, dass sich jeder nach seiner Fasson und mit seiner Begabung entwickeln kann, ohne vom Staat ständig dirigiert und ausgebremst zu werden. Wir wollen in einem starken Europa unseren Anteil einbringen und den Feinden der Verfassung, den fremdenfeindlichen, den homophoben und den antisemitischen Schreihälsen entgegentreten!“

 

Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat also noch einiges vor: sie kandidiert im Herbst für den Deutschen Bundestag und möchte ab 24. September die Stimme unserer Stadt in Berlin sein. Die Chancen sind gut und die Freude und die Lust auf neue Herausforderungen sieht man ihr an! Die große Vier-Generationen-Familie – inzwischen sind neben ihrer 93-jährigen Mutter auch zwei Enkelkinder an ihrer Seite – und ihre Freunde erden sie und geben ihr Halt. „Ohne meine Familie und meine treuen Freunde, die zu mir halten, auch wenn ich oft nicht anwesend bin, wäre alles nichts. Politik ist nur ein Mandat auf Zeit, da empfiehlt es sich, das Wesentliche im Leben nie aus den Augen zu verlieren!“

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