Dieter Falks Gastprofessur ist gestrichen – WZ

„Es kann nicht sein, dass wir als Kommune eine Landes-Professur bezahlen“, sagen Clara Gerlach, kulturpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen und Manfred Neuenhaus (FDP) unisono. Dennoch stimmte auch die 2015 neu gewählte Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP erneut für eine Verlängerung der Gastprofessur um zwei Jahre. Im Sommer läuft sie aus, und das ist so gewollt.

 

Von Sema Kouschkerian

 

 

Die Politik finanziert die Lehrtätigkeit an der Musikhochschule nicht weiter – Studenten und Oberbürgermeister protestieren.

 

Düsseldorf. Weh tut’s schon. Das wird schnell deutlich, wenn man mit Musikproduzent Dieter Falk spricht. Er bedauert, dass seine Gastprofessur an der Robert-Schumann-Hochschule nicht verlängert wird. Falk, der derzeit landesweit große Erfolge mit seinem Luther-Musical feiert, lehrt seit vier Jahren Popularmusik an der Musikhochschule. Oberbürgermeister Dirk Elbers hatte die halbe Stelle damals aus seinem Oberbürgermeister-Etat spendiert, Kostenpunkt: 50 000 Euro im Jahr. Bereits nach einem Jahr wurde die Finanzierung allerdings auf den Kulturetat übertragen, was bei den Politikern für wenig Freude sorgte. Dennoch stimmte auch die 2015 neu gewählte Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP erneut für eine Verlängerung der Gastprofessur um zwei Jahre. Im Sommer läuft sie aus, und das ist so gewollt.

„Es kann nicht sein, dass wir als Kommune eine Landes-Professur bezahlen“, sagen Clara Gerlach, kulturpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen und Manfred Neuenhaus (FDP) unisono. „Es ehrt Herrn Falk, dass er sich um den Musiknachwuchs bemüht“, sagt Gerlach. „Das tun jedoch auch andere und werden dafür nicht bezahlt.“

Falks Engagement und Professionalität stellen vor allem seine Studenten heraus. In einem offenen Brief heißt es unter anderem: „Seine Erfahrungen im Bereich Musikproduktion sind gewaltig und in Deutschland in dieser Form selten. Seine Nähe zur aktuellen Musikbranche, seine musikalischen Fähigkeiten sind am Puls der Zeit und zunehmend in unserem Berufsalltag gefragt.“ Dazu sei Falks persönlicher Umgang mit den Studenten „besonders beachtlich“. Auch der Hochschulleitung ist daran gelegen, die Stelle zu erhalten – mit oder ohne Dieter Falk. Sie erklärt sich bereit, die Hälfte der 50 000 Euro zu übernehmen.

Geisel: „Wir geben Geld für ganz andere kulturelle Dinge aus“

„Wir haben nichts gegen Herrn Falk“, betont auch Cornelia Mohrs (SPD). „Aber wir müssen sparen, und wenn wir die Gastprofessur weiterfinanzieren, müssen wir anderen etwas wegnehmen.“ Eben das sieht Oberbürgermeister Thomas Geisel anders. „Wir geben Geld für ganz andere kulturelle Dinge aus. Dieter Falk hingegen wirkt mit seiner Arbeit in die Stadt hinein und das sollten wir angesichts der überschaubaren Summe auch weiter unterstützen.“

An der Finanzierung hängt mehr als nur die Professur. Denn der umtriebige Falk engagiert sich auf vielen Ebenen in der Musikszene. Als künstlerischer Leiter der Jazz Rally ermöglicht er studentischen Bands regelmäßig Auftritte bei dem Festival, gibt Workshops im Zakk, sitzt in drei städtischen Musik-Jurys und sagt: „Ich würde meine Arbeit gerne fortsetzen.“ Woanders ist er als Professor willkommen. Aus dem Ruhrgebiet liegt schon ein Angebot vor.