Die Woche im Rathaus: Eine Seekuh macht Karriere – RP

Manfred Neuenhaus (FDP) warf der CDU vor, sich nicht mit den wahren Problemen zu beschäftigen: „Ich will 150 neue Stadtbahnen, Sie wollen eine Seekuh!“

 

Die Seekuh schlug im Stadtrat derart ein, dass es sogar Rüdiger Gutt unheimlich zu werden schien. Der CDU-Fraktionschef bemühte sich klarzustellen, dass gar nicht er die Anschaffung der massigen Meeresbewohnerin gefordert hatte. Seine Fraktion wolle nur, dass über eine Erweiterung des Aquazoos nachgedacht wird. Zoo-Direktor Jochen Reiter habe die Idee gehabt. Gutt: „Was besonders gut zu Düsseldorf passen würde, wäre die Seekuh.“

Bis der Antrag am Abend aufgerufen wurde, war die Seekuh schon etliche Male aufgetaucht. Das Ampel-Bündnis versuchte, die Opposition wegen des angeblich abwegigen Vorschlags lächerlich zu machen. SPD-Fraktionschef Markus Raub hielt während seiner Haushaltsrede unter Gelächter seiner Genossen ein Foto einer Seekuh hoch, Manfred Neuenhaus (FDP) warf der CDU vor, sich nicht mit den wahren Problemen zu beschäftigen: „Ich will 150 neue Stadtbahnen, Sie wollen eine Seekuh!“ Die Ampel lehnte den Antrag schließlich ab, die Grünen argumentierten dabei auch mit den Haltungsbedingungen – obwohl noch kein Wort zur Gestaltung des Aquariums gesagt wurde. „An der Seekuh scheiden sich die Geister“, fasste OB Thomas Geisel die Debatte zusammen.

Mag sein. Man kann die Sache auch anders sehen: Es ist der Opposition gelungen, mit dem Aquazoo und den offenbar faszinierenden Säugetieren ein Thema zu setzen. Die Wiederöffnung des Zoos war ein Riesenerfolg. Warum nicht noch einmal über eine Erweiterung nachdenken?

Am Ende ließ sich mal wieder lernen: Politik lebt auch von Bildern. Man kann noch so viele Anträge einreichen. Am Ende bleibt manchmal nur eine  Seekuh hängen.