Die Stadtspitze will Düsseldorf „schuldenfrei“ halten. Dies erfordert Fantasie – RP

Bürgeranleihe: FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hält es nicht für realistisch, auf diesem Weg nennenswerte Summe zu generieren. Darlehen: „Das muss so schnell wie möglich zurückgeführt werden“, sagt FDP-Chefin Strack-Zimmermann.

 

Bürgeranleihe Auf Seite 184 eines Dokuments zum städtischen Haushalt ist eine Idee versteckt, die seit einem halben Jahr in Düsseldorf diskutiert wird. Unter „Aufnahme und Rückflüsse von Darlehen“ steht eine Summe von mehr als 100 Millionen Euro. Damit sind die Bürgeranleihen gemeint. Die Idee: Bürger beteiligen sich mit ihrem Geld an Projekten und kriegen dafür eine Rendite. Es gibt noch keine Projekte und Beschlüsse dazu, die könnten im nächsten Jahr folgen. Die Summe ist nicht als Einnahme für den Haushalt gebucht, sondern würde für die laufenden Ausgaben genutzt. „Das wäre eine Größenordnung, die den Aufwand rechtfertigen würde“, sagt Norbert Czerwinski, Fraktionssprecher der Grünen. FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hält es nicht für realistisch, auf diesem Weg nennenswerte Summe zu generieren.

Darlehen Die Stadt hat für die laufenden Ausgaben bei zwei Banken Liquiditätsdarlehen aufgenommen, eines zu null Prozent, eines zu einem negativen Zinssatz. Die Summe dieser Darlehen ist im August um 80 Millionen auf 189,5 Millionen Euro gestiegen. Auf Nachfrage erklärte Kämmerin Dorothee Schneider, dass sie diese Summe nicht wie ursprünglich prognostiziert bis zum Jahresende zurückzahlen kann. Die Stadt wird mit mindestens einem Teil dieser Darlehensschuld ins nächste Jahr gehen. „Das muss so schnell wie möglich zurückgeführt werden“, sagt FDP-Chefin Strack-Zimmermann.