„Die Ehe darf nicht vom Geschlecht abhängen“ – NRZ

Düsseldorfer Politiker für die „Ehe für alle“. „Es wird Zeit, dass wir den Familienbegriff neu definieren“, sagt Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

 

Nach der überraschenden Kehrtwende von Bundeskanzlerin Merkel zur „Ehe für alle“ (Homo-Ehe) kommt vor der Bundestagswahl neuer Schwung in die Diskussion. Auch bei Düsseldorfer Politikern.

„Es wird Zeit, dass wir den Familienbegriff endlich neu definieren“, sagte Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende der Düsseldorfer FDP und stellvertretende Bundes-Chefin. „Menschen, die füreinander Verantwortung übernehmen, müssen auch Rechte haben und nicht nur Verpflichtungen.“ Das sollte längst selbstverständlich sein und „keine Debatte mehr sein der heutigen Zeit“. Die FDP stehe klar zur Ehe für alle, dies werde eine entscheidende Frage möglicher Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl sein.

Dass es noch in der nun auslaufenden Legislaturperiode zu einer Entscheidung kommt, glaubt Strack-Zimmermann nicht: „Die CSU und einige Konservative in der CDU werden da viel Druck aufbauen…“ Sie glaubt aber auch: „Die CDU wird so intelligent sein und dieses Thema nicht mehr lange ignorieren, denn sie trifft nach der Bundestagswahl auf potenzielle Koalitionspartner, die für die Ehe für alle sind.“ Sie hat Recht: Gestern Nachmittag haben CDU und CSU den Fraktionszwang in dieser Frage aufgehoben und die Abstimmung für ihre Abgeordneten frei gegeben: Sie sollen nach ihrem eigenem Gewissen entscheiden.

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