Der Härtetest der Umweltspur beginnt – RP

„Es kann nicht sein, dass eine Zufallsmehrheit im Verkehrsausschuss zu einer Schikanierung der Autofahrer führt“, sagt Marie-Agnes Strack-Zimmermann, OB-Kandidatin der Liberalen. Man hätte zunächst Alternativen für die Pendler schaffen müssen.
Die dritte Umweltspur ist „nur“ im Verkehrsausschuss mit den Stimmen von Rot-Rot-Grün beschlossen worden. CDU und FDP hatten dagegen gestimmt. Im Stadtrat könnte es zu einer anderen Mehrheit kommen.

Schon in den Ferien hat sich gezeigt, dass die dritte Umweltspur ein massiver Eingriff in den Düsseldorfer Verkehr ist. Die FDP will die Spur im Stadtrat zur Disposition stellen und wird dazu eine Ratsantrag stellen.

Düsseldorf Mit dem Ende der Herbstferien nimmt der Stau auf den Straßen nach Düsseldorf rein zu. Die dritte Umweltspur sorgt für zusätzliche Belastung. Wir sagen, über welche Routen Sie ausweichen können.

Zwei Wochen Herbstferien sind vorbei. Ab Montag ist mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf den Straßen zu rechnen, zumal mit dem bevorstehenden November die Jahreszeit beginnt, in der erfahrungsgemäß ohnehin mit am meisten los ist. Für Düsseldorfs dritte Umweltspur, die einmal vom Südpark bis zum Nordstern verlaufen soll, bedeutet das, dass für sie der richtige Belastungstest jetzt erst beginnt.

Routen Im Südwesten kann die Umweltspur über die Anschlussstelle Bilk umgangen werden. Über die Münchener Straße geht es bis zum Südring, an dem Pendler entweder stadteinwärts die Merowingerstraße – allerdings ebenfalls eine Umweltspur – oder den Südring in Richtung Neuss nehmen. An der Völklinger Straße rechts abbiegen, danach kann man im Rheinufertunnel in die City abfahren oder weiter in Richtung Norden fahren.

Eine weitere Möglichkeit ist, vom Südpark nicht die Umweltspur an der Witzelstraße zu nehmen, sondern vor der Anschlussstelle Wersten über die Siegburger Straße Richtung Oberbilk zu fahren. Weiter geht es über die Oberbilker Allee oder die Kölner Straße ins Zentrum.

Im Südosten haben Pendler eine Route über Eller entdeckt. Von der A46 führt die Strecke über die Deutzer Straße, Bernburger Straße und Karl-Geusen-Straße. Dann können Autofahrer wieder entscheiden, ob sie die Oberbilker Allee oder die Kölner Straße nehmen.

Im Norden spielt die potenzielle Ausweichroute noch keine Rolle, weil die Teilabschnitte vom Nordstern über die Danziger Straße bis zum Kennedydamm erst in der Prüfung sind und im November in die politische Beratung gehen. Eine Alternative wäre aber, auf der A44 nicht bereits an der Anschlussstelle Stockum abzufahren, sondern ab dem Autobahnkreuz Düsseldorf-Nord die A52 und dann die B1 zu nehmen. In Mörsenbroich bieten sich dann drei Strecken, um stadteinwärts zu fahren: Grashofstraße, Münsterstraße und Brehmstraße.

Beobachtung Das NRW-Verkehrsministerium wird darauf achten, welche Auswirkungen die Umweltspur auf den Verkehr hat – und das Ministerium schließt nicht aus, notfalls einzugreifen. „Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer ist bei den Umweltspuren besonders zu beachten. Dazu lässt sich das Verkehrsministerium regelmäßig berichten. Wir werden die Situation vor Ort gerade nach dem Ende der Herbstferien genau beobachten und gegebenenfalls in Absprache mit der Stadt Düsseldorf nötige Maßnahmen ergreifen“, sagt Sprecherin Leonie Molls.

Die Stadt beobachtet für ihre Auswertung ebenfalls die Verkehrslage auf den Umweltspuren und um diese herum.

Politik Schon in den Ferien hat sich gezeigt, dass die dritte Umweltspur ein massiver Eingriff in den Düsseldorfer Verkehr ist. Die FDP will die Spur im Stadtrat zur Disposition stellen und wird dazu eine Ratsantrag stellen. „Es kann nicht sein, dass eine Zufallsmehrheit im Verkehrsausschuss zu einer Schikanierung der Autofahrer führt“, sagt Marie-Agnes Strack-Zimmermann, OB-Kandidatin der Liberalen. Man hätte zunächst Alternativen für die Pendler schaffen müssen.

Die dritte Umweltspur ist „nur“ im Verkehrsausschuss mit den Stimmen von Rot-Rot-Grün beschlossen worden. CDU und FDP hatten dagegen gestimmt. Im Stadtrat könnte es zu einer anderen Mehrheit kommen. Die Entscheidung im Untergremium des Rates war damit begründet worden, dass die Spur ein zeitlich begrenzter Versuch sei. Diese Vorgehensweise hat das Verwaltungsgericht Speyer in einem anderen Fall einmal für zulässig erklärt. Anders sei es, wenn es zu Teilentwidmungen komme. Fraglich ist jedoch, was „vorübergehend“ bedeutet (die Umweltspur ist für ein Jahr beschlossen), die FDP sieht auch eine Teilentwidmung als gegeben an. Weitere Teile der Umweltspur müssen zudem noch beschlossen werden.

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