Das teuerste Vogelhäuschen in Düsseldorf – RP

Sebastian Rehne (FDP) sprach vom „teuersten Vogelhäuschen der Stadt, wenn nicht der Republik“ und wähnte Düsseldorf bereits an prominenter Stelle im Schwarzbuch der Steuerzahler. Die Liberale Daniela Masberg-Eikelau: „Anderswo überleben die Schwäne auch ohne Dach über dem Kopf.“

 

Stadtmitte. Die Bezirksvertretung 1 hat bereits Anfang des Jahres 160.000 Euro für die Sanierung des Schwanenhauses im Düsseldorfer Hofgarten bereitgestellt, nun werden die Arbeiten noch einmal erheblich teurer.  Von Marc Ingel

 

Was Heinz Malikowski vom städtischen Gebäudemanagement gestern in der Sitzung der Bezirksvertretung 1 über das marode, unter Denkmalschutz stehende Schwanenhaus im Hofgarten zu berichten hatte, war wenig erbaulich. Bereits im Frühjahr hatte das Stadtteilparlament 160.000 Euro für die notwendige Sanierung des 1937 errichteten und mittlerweile geschlossenen Baus bereitgestellt. Diese würde in Teilen einem Neubau gleichkommen. Jetzt erklärte der Experte aber, dass weitergehende Untersuchungen ergeben hätten, dass diese Summe nicht ausreicht.

Die vorhandene Holzkonstruktion des Daches drücke auf das durch Taubenkot ohnehin stark angegriffene Mauerwerk, die Gefahr, dass die schon beträchtlichen Risse noch größer werden, sei groß. In den faulen Türen wüte der Holzwurm, der Schiefer auf dem Dach müsse ausgetauscht werden und sei zudem 20 Prozent teurer als ursprünglich gedacht. Unter dem Strich würden so 70.000 Euro mehr an Kosten anfallen als anfangs einkalkuliert. „Abreißen und neu bauen wäre noch teurer, außerdem würde der Denkmalschutz da nicht mitspielen“, sagte Malikowski.

Mehr als 21.000 Euro kann die Bezirksvertretung im laufenden Jahr ohnehin nicht mehr locker machen, der Rest müsste 2017 aufgebracht werden. Doch auch mit dieser vergleichsweise überschaubaren Summe taten sich die Stadtteilpolitiker schwer. Sebastian Rehne (FDP) sprach vom „teuersten Vogelhäuschen der Stadt, wenn nicht der Republik“ und wähnte Düsseldorf bereits an prominenter Stelle im Schwarzbuch der Steuerzahler. Kira Heyden (Grüne) sah die Kosten in keiner Relation zu dem, was teilweise für dringend notwendige Sanierungen an Schulen auf die lange Bank geschoben werde und lag mit ihrer Sichtweise überraschend nah an der der Liberalen Daniela Masberg-Eikelau: „Anderswo überleben die Schwäne auch ohne Dach über dem Kopf.“ Und der Grüne Jürgen Kamenschek konnte sich nach eigener Aussage noch so gerade eben zurückhalten, eine Diskussion über eine mögliche Überbevölkerung von Schwänen und Enten im Hofgarten zu beginnen. Jedenfalls meinte er: „Die Kosten sind nicht zu rechtfertigen.“