Das Schiff als öffentliches Verkehrsmittel in Düsseldorf – Politiker würden das begrüßen – NRZ

Die Düsseldorfer FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann findet öffentlichen Nahverkehr auf dem Wasser für den Verbraucher eine „super Sache“. Zwar sei die Rheinschifffahrt in Düsseldorf in privater Hand, dennoch würde es sie freuen, wenn sich „Möglichkeiten entwickeln würden“. Dennoch sagt sie auch klipp und klar: „Ich habe ein bisschen den Glauben daran verloren. Ich kenne die Protagonisten und gerade bei der Weißen Flotte gab es immer wieder Kommunikationsprobleme mit der Stadt.“ Aber grundsätzlich sei „die Idee super, wenn man in Düsseldorf alle Verkehrsmittel mit einem Ticket nutzen könnte“.

Bus und Bahnfahren ist ja schon schön. Es entschleunigt. Aber wäre es nicht auch schön, mit dem ganz normalen Verbundsticket gemütlich über den Rhein zu schippern? Und das als Erweiterung – und Ergänzung – zum öffentlichen Nahverkehr? Schließlich schlängelt sich der Fluss über eine Strecke von 32 Kilometern durch das Düsseldorfer Stadtgebiet. Bestrebungen, die Schifffahrt in den öffentlichen Nahverkehr zu integrieren, gab es in der Vergangenheit öfter. Und: Das Thema ist immer noch nicht völlig Tisch. Denn in Hamburg funktioniert bereits das Konzept. Das Ticket des HVV ist dort für Busse, Bahnen und für Schiffe gleichermaßen nutzbar.

Norbert Czerwinski, Ratsherr der Grünen, könnte sich den Nahverkehr auf dem Wasser gut vorstellen. Die Grünen hätten auch schon mal den Vorstoß mit dem Wassertaxi gewagt, das habe seinerzeit aber keine Mehrheit gefunden. Auch sei kein privater Betreiber gefunden worden, so Czerwinski. Ein Vorteil eines neues ÖPNV-Weges auf dem Rhein wäre für Czerwinski die Entlastung für Busse und Bahnen, gerade zur Messezeit. „Viele Gäste sind im Medienhafen untergebracht. Eine Schiffsverbindung zwischen Medienhafen und Messe könnte die Bahn entlasten.“ Ein Problem sei allerdings, dass viele Schiffe mit Diesel betrieben werden. Doch da ließen sich Wege finden, so Czerwinski.

Die Düsseldorfer FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann findet öffentlichen Nahverkehr auf dem Wasser für den Verbraucher eine „super Sache“. Zwar sei die Rheinschifffahrt in Düsseldorf in privater Hand, dennoch würde es sie freuen, wenn sich „Möglichkeiten entwickeln würden“. Dennoch sagt sie auch klipp und klar: „Ich habe ein bisschen den Glauben daran verloren. Ich kenne die Protagonisten und gerade bei der Weißen Flotte gab es immer wieder Kommunikationsprobleme mit der Stadt.“ Aber grundsätzlich sei „die Idee super, wenn man in Düsseldorf alle Verkehrsmittel mit einem Ticket nutzen könnte“.
Gibt es bald eine Kooperation zwischen Rheinbahn und Weißer Flotte?

Die Rheinbahn hat in den 1990er Jahren ihre drei Schiffe verkauft. „Damals waren die nicht rentabel – davon ist man zumindest ausgegangen“, sagt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. Doch diese Annahme wurde Lügen gestraft. „Die privaten Schiffsbetreiber zeigen uns heute was ganz anderes“, so Schumacher.

Dennoch gebe es momentan keine aktuellen Pläne, auf den Rhein auszuweichen. „Es gibt immer wieder den Gedanken an ein Wassertaxi.“ Wolle man dies in Zukunft aber umsetzen, müssen verschiedene Faktoren einbezogen werden. Ein wichtiger Faktor seidie Kapazität. Als Beispiel nennt Schumacher den von Czerwinski vorgeschlagenen Schiffsweg zwischen Messe und Medienhafen. Diesen hält Schumacher für nicht rentabel. „Mit einer dreizügigen Bahn der Linie U78 können etwa 500 bis 600 Besucher transportiert werden – in etwa zehn Minuten.“ Für einen solchen Ansturm bräuchte man große Schiffe. Zudem sei ein Schiff, je nach Fahrtrichtung, auch deutlich langsamer unterwegs. Die Wirtschaflichkeit spielt auch eine große Rolle. Dazu müsste im Vorfeld eine Studie durchgeführt werden, inwieweit tatsächlich der Wasserweg genutzt würde. Grundsätzlich sagt aber Schumacher „nicht Nein“ zu den Überlegungen.

Auch bei der Weißen Flotte ist man in Sachen Kooperation nicht abgeneigt. „Es würde sehr Sinn machen, ein Kombiticket mit der Rheinbahn umzusetzen, wenn unsere Überlegungen, den Medienhafen und Neuss anzufahren, umgesetzt sind“, sagt Inhaber Michael Küffner. Bereiche, wo Haltestellen nahe am Wasser liegen, könnten in solche Überlegungen miteinbezogen werden, so Küffner.

X