Breite Fahrspur für Radler am Rhein — zumindest während der Sommerferien – WZ

FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus lehnt den Pop-Up-Radweg aus einem anderen Grund ab: Er befürchtet, dass die Fahrradspur über den 31. August hinaus dauerhaft eingerichtet werden könnte. „Diesen Eindruck möchten wir auf einer Hauptverkehrsachse nicht erwecken“, sagt er. Und fürchtet „Stillstand in dieser Stadt“ und wie die CDU einen Dauerstau.

Die Stadt will eine Autospur am Rheinufer in eine breite Radspur umwandeln. Die Stadt, von der da die Rede ist, heißt aber nicht Düsseldorf, sondern Köln. Dort gab die Verkehrsverwaltung unter Dezernentin Andrea Blome, der ehemaligen Leiterin des Düsseldorfer Amtes für Verkehrsmanagement, in dieser Woche überraschend bekannt, den Radfahrern auf der Rheinuferstraße in der Domstadt dauerhaft mehr Raum zu geben. Soweit ist man in Düsseldorf noch nicht. Aber zumindest für eine befristete Zeit (siehe Kasten) wird es entlang der Rheinachse einen geschützten Zweirichtungsradweg zwischen Oberkasseler Brücke und Düsseldorfer Arena geben. Dies beschloss der Verkehrsausschuss am Mittwochabend nach Wochen der Debatte mit den Stimmen von SPD, Grünen, Linken und Freien Wählern.

Pop-Up-Radwege, also Radspuren, die kurzfristig angelegt werden, sind bundesweit zurzeit ein Thema. In Berlin wurden sie bereits eingerichtet, auch Hamburg und München reagieren mit den temporären Radspuren auf den wachsenden Radverkehr in den Städten in Corona-Zeiten. „Wir kommen damit dem Wunsch vieler Düsseldorfer Radfahrer nach“, sagt Martin Volkenrath. Der SPD-Politiker und Verkehrsausschussvorsitzende findet, die Einrichtung der geschützten Radspur auf der Westseite der Hauptverkehrsachse am Rhein sei „für den Sommer wichtig“. Viele würden die Ferien daheim verbringen.

Der Zweirichtungsradweg wird, wie in einem Änderungsantrag von SPD und Grünen vorgesehen, zwischen der Oberkasseler Brücke bis zur Theodor-Heuss-Brücke über die Hauptverkehrsstraßen Joseph-Beuys-Ufer und Cecilienallee geführt. Im Anschluss wird die Protected-Bike-Lane auf der Rotterdamer Straße bis zur Düsseldorfer Arena aufgebaut. Zwischen der Homberger Straße und Heuss-Brücke werden die Kfz-Spuren von vier auf zwei reduziert. Die Verkehrsverwaltung hatte empfohlen, den Radverkehr zwischen Rheinterrassen und Heuss-Brücke am Robert-Lehr-Ufer zu führen. „Das ist viel zu eng“, so Volkenrath. Es gehe ja gerade darum, mehr Platz für die Autofahrer zu schaffen, erklärte auch Norbert Czerwinski von den Grünen.

Zwischen 150 000 und 200 000 Euro wird die Einrichtung des provisorischen Radweges kosten. Für Andreas Auler (CDU) ist das „Wahnsinn, dass man für diesen Zirkus Geld verschwendet“. Dem Vorschlag der Verwaltung hätte man zustimmen können, die Radler am Rheinufer vorbei zuführen. Die Einrichtung des Radstreifens auf der Cecilienallee sei „grotesk“. FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus lehnt den Pop-Up-Radweg aus einem anderen Grund ab: Er befürchtet, dass die Fahrradspur über den 31. August hinaus dauerhaft eingerichtet werden könnte. „Diesen Eindruck möchten wir auf einer Hauptverkehrsachse nicht erwecken“, sagt er. Und fürchtet „Stillstand in dieser Stadt“ und wie die CDU einen Dauerstau. Den sieht auch die Verwaltung voraus, an den Knotenpunkten der Cecilienallee mit der Klever und Homberger Straße. Die Polizei gehe ebenso davon aus, dass der Verkehr Richtung Süden zum Erliegen komme. Deshalb, so SPD und Grüne, soll eben nur während der Ferien die abgetrennte Radspur täglich angeboten werden

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