Anfrage der FDP-Ratsfraktion zur Umsetzung des neuen Bundesgesetzes hier in Düsseldorf „Anonyme Geburt“

Christine Rachner: Gibt es in Düsseldorfer Krankenhäusern die Möglichkeit der „Anonymen Geburt“?

 

Im Namen meiner Fraktion bitte ich, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales am 1. September 2017 zu setzen und von der Verwaltung beantworten zu lassen:

 

Anfrage:

  1. Gibt es in Düsseldorfer Krankenhäusern die Möglichkeit der „Anonymen Geburt“?
  2. Wie wird in Düsseldorf auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht?
  3. Wie viele betroffene Frauen haben seit Inkrafttreten dieses Gesetzes in Düsseldorf Gebrauch von dieser Möglichkeit der Geburt gemacht?

 

Begründung:

Am 12. Juli 2017 hat das Bundeskabinett den Bericht zu den Auswirkungen des Gesetzes zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt verabschiedet. Bereits am 1. Mai 2014 ist das Gesetz in Kraft getreten mit dem Ziel, die Angebote zur Unterstützung von Schwangeren auszubauen. Der Bericht fußt auf den Ergebnissen der Evaluation, die von einem unabhängigen Institut durchgeführt wurde.

Neben dem Hilfeangebot bietet das Gesetz Frauen mit der vertraulichen Geburt eine rechtsichere Alternative, die auch nach umfassender Beratung ihre Anonymität nicht aufgeben möchten. Unter vertraulicher Geburt wird verstanden, dass die Mutter anonym bleibt und ihre Identität aber in einem sicher aufbewahrten Herkunftsnachweis festgehalten wird. Sobald das Kind 16 Jahre alt ist, kann es seine Abstammung erfahren.

Damit ist eine gute Lösung für Mutter und Kind gegeben, da beide während der Geburt medizinisch betreut werden und das Kind später das Recht hat zu erfahren, woher es kommt. Viele betroffene Frauen haben sich statt einer anonymen oder vertraulichen Geburt, für ein Leben mit dem Kind oder eine Adoptionsfreigabe entschieden.

Unter dem Namen „Aktion Moses“ gibt es das Modell der vertraulichen Geburt in Frankfurt bereits seit 2001. 37 Frauen haben diese Möglichkeit bis jetzt in Anspruch genommen. Die Grundlage für die „Anonyme Geburt“ liegt darin, dass jedes Kind ein Recht darauf hat zu erfahren, wer seine Eltern sind. Durch die vertrauliche Geburt haben die Mütter, die ihre Kinder zur Adoption freigeben, allerdings ebenfalls das Recht, 16 Jahre lang anonym zu bleiben. Es handelt sich letztendlich um eine Kompromisslösung aus beiden Grundrechten.

Nähere Erläuterung erfolgt mündlich.

Dr. Christine Rachner