Hat die Verwaltung Erfahrung mit Cannabis als Medikament?

 

Im Namen meiner Fraktion bitte ich, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales am 27. September 2017 zu setzen und von der Verwaltung beantworten zu lassen:

Anfrage:

  1. Hat die Verwaltung Erfahrung mit Cannabis als Medikament?
  2. Sind der Verwaltung konkrete Fälle aus Düsseldorf bekannt, in denen Patienten Schwierigkeiten hatten, Cannabis auf Rezept zu erhalten?
  1. Wenn ja, was hat die Verwaltung unternommen, um diese Schwierigkeiten zum Wohle der Betroffenen zu lösen?

Begründung:

Das Gesetz „Cannabis als Medizin“ ist am 19. Januar 2017 einstimmig im Deutschen Bundestag beschlossen worden. Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe hat hierzu in einer Pressemeldung verlauten lassen: „Schwerkranke Menschen müssen bestmöglich versorgt werden. Dazu gehört, dass die Kosten für Cannabis als Medizin für Schwerkranke von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders wirksam geholfen werden kann.“ Weiter heißt es in der Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums: „Cannabisarzneimittel sollen als Therapiealternative bei Patientinnen und Patienten im Einzelfall bei schwerwiegenden Erkrankungen eingesetzt werden können, wenn nach begründeter Einschätzung des behandelnden Arztes eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome zu erwarten ist. Dies kann zum Beispiel in der Schmerztherapie, bei bestimmten chronischen Erkrankungen oder bei schwerer Appetitlosigkeit und Übelkeit der Fall sein.“ Seitdem können Ärzte in Deutschland ihren Patienten Cannabis auf Rezept bei entsprechender Indikation und unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen (ausführlicher Arztbericht, eine Auflistung der bisher eingesetzten Medikamente, Krankenhausberichte, Heil- und Hilfsmittelverordnungen, Arbeitsunfähigkeitszeiten etc.) verordnen.

Laut Presseartikeln (u.a. NRZ 20.07.2017 „Hürden bei Cannabis auf Rezept“) sowie persönlichen Berichten von Ärzten/Ärztinnen ( inkl der Schmerzambulanz der Universitätsklinik Bonn) und Patienten/Patientinnen kommt es bei der Verordnung von Cannabis auf Rezept als Schmerztherapeutikum trotz der oben genannten bundesgesetzlichen Grundlage zu Problemen. So werden zahlreiche Anträge auf Kostenübernahme seitens der Krankenkassen abgelehnt mit dem Argument, dass vor einer Behandlung mit Cannabis zunächst alternative anerkannte Behandlungsmethoden zu erproben seien. Des Weiteren beklagen viele Ärzte den hohen bürokratischen Aufwand, der mit einer Verschreibung von Cannabis einhergehe.

Freundliche Grüße

Dr. Christine Rachner